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17.02.2017

Präsentismus: Risiken für Unternehmen und Beschäftigte

Krank zur Arbeit zu gehen kann sowohl für das Unternehmen als auch für die Beschäftigten negative Folgen haben. Eine Studie hat nun fünf Motive für den sogenannten Präsentismus erforscht und zeigt, was Arbeitgeber dagegen tun können.

Ein kranker Mitarbeiter ist nicht produktiv, trifft eventuell teure Fehlentscheidungen oder verursacht Unfälle, und er ist eine Ansteckungsgefahr für seine Kolleginnen und Kollegen. Trotzdem schleppen sich viele, die sich besser im Bett auskurieren sollten, auf die Arbeit. Ann Cathrin Bach, Absolventin der Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln, entwickelte einen Fragebogen auf wissenschaftlicher Basis, der solche Verhaltensmuster offenlegt. Mit dessen Hilfe lassen sich fünf Motive für Präsentismus identifizieren: Kollegialität, die Wahrung des sozialen Ansehens, das Pflichtgefühl gegenüber der Arbeit selbst, die Furcht vor negativen Konsequenzen und Ablenkung.

Präsentismus in fairen Organisationen seltener

Der Fragebogen zeigte bei Teilnehmern aus unterschiedlichen Branchen, dass Präsentismus umso häufiger ist, je stärker die drei erstgenannten Motive ausgeprägt sind. In Organisationen, die als gerecht empfunden werden, fiel die Häufigkeit von Präsentismus insgesamt geringer aus. Je fairer und transparenter Vergütungsstrukturen, Entscheidungsprozesse und Informationsfluss eingeschätzt wurden, desto weniger äußerten die Beschäftigten Sorgen um den guten Ruf bei Vorgesetzten und Kollegen oder Furcht vor negativen Konsequenzen wie eine schlechte Leistungsbeurteilung oder gar eine Kündigung.

Arbeitgeber können mithilfe der Skala Motive für Präsentismus ermitteln

"Mithilfe der neuen Skala können sowohl Arbeitnehmervertreter als auch Arbeitgeber Motive für Präsentismus ermitteln und daraus passende Handlungsmöglichkeiten ableiten", sagt Psychologie-Professorin Dr. Katja Mierke. Je nachdem, wie das Ergebnis ausfällt, könnten sie eher an den Werten und Normen der Belegschaft ansetzen, für mehr Personal und klare Vertretungsregelungen sorgen oder einen gerechten und gesunden Führungsstil stärken.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.