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16.08.2017

"Snacking-Verhalten": Unter Stress leidet auch die Ernährung

Berufstätige greifen vor allem dann zu ungesunden Snacks wie Eis oder Schokoriegel, wenn sie ihre schlechte Laune kompensieren möchten. Diese wiederum wird oft durch hohe Arbeitsanforderungen oder Stress im Beruf ausgelöst. Das fanden Psychologen der Universität Mannheim heraus. Die Forscher wollen nun ergründen, wie es gelingt, sich mithilfe von Smartphone und Co. gesünder zu ernähren.

Für die Studie wurden 247 berufstätige Personen aus verschiedenen Organisationen zu ihren Arbeitsbedingungen und ihrem "Snacking-Verhalten" befragt. "Müssen sie sich bei der Arbeit stark zusammenreißen, um ihre Aufgaben zu bewältigen, fällt es vielen Menschen schwerer, auch noch auf ungesunde Snacks zu verzichten", berichtet Professor Dr. Sabine Sonnentag.

Mehr Süßes an stressigen Tagen

So griffen die Befragten an stressigen Arbeitstagen verstärkt zu Süßigkeiten. An Tagen, an denen sie besonders auf ihre Gesundheit achten wollten, waren dagegen eher Obst und andere gesunde Snacks erste Wahl. "Interessanterweise nimmt der Wunsch nach gesunder Ernährung nicht ab, nur weil man hohen Anforderungen ausgesetzt ist", hebt Sonnentag hervor. Wenn eine gesunde Ernährungsweise im Unternehmen vorgelebt und vom Arbeitgeber gefördert wird, scheint es Berufstätigen leichter zu fallen, sich auch unter Stress gesund zu ernähren.

Vielleicht können Smartphones oder Fitnesstracker das Essverhalten steuern

Das Team von Mannheimer Arbeits- und Organisationspsychologen arbeitet bereits an einer Folgestudie. Darin soll überprüft werden, an welchen konkreten Stellen die Hürden für ein gesünderes Verhalten im Arbeitsalltag liegen. Zudem soll ergründet werden, wie sich Technologien wie Smartphones oder Fitnesstracker dazu nutzen lassen, im Job gesundheitsbewusster zu leben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.