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11.10.2017

Automatischer Informationsaustausch über Finanzkonten gestartet

Der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten zwischen Deutschland und 49 Staaten ist angelaufen. Ziel ist es vor allem, die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung einzudämmen. Der Austausch, der am 30. September 2017 begonnen hat, erfolgt über einen gemeinsamen Meldestandard der OECD. Mittelfristig soll er auf mehr als 100 Staaten ausgeweitet werden.

"Der automatische Informationsaustausch zu Finanzkonten stellt einen Meilenstein dar", ist sich der scheidende Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble (CDU) sicher. Wer Gelder ins Ausland verlagere, müsse künftig noch stärker damit rechnen, dass die Finanzämter davon erfahren.

Grundlage für den jährlichen automatischen Informationsaustausch ist der sogenannte Common Reporting Standard (CRS). Er wurde bereits 2014 von der OECD und den G20-Staaten verabschiedet. Darin sind unter anderem die auszutauschenden Finanzkonteninformationen, die betroffenen Finanzinstitute sowie die zu meldenden Konten und zu beachtenden Sorgfaltspflichten festgelegt. Er verpflichtet die Mitgliedsstaaten, auf Ersuchen alle für ein Besteuerungsverfahren oder Steuerstrafverfahren voraussichtlich erheblichen Informationen mitzuteilen.

Nahmen zur Premiere neben Deutschland 49 weitere Staaten und Gebiete am Austausch teil, sollen es beim nächsten Termin im September 2018 mehr als 100 sein. "Die Anzahl zukünftiger aktiver Austauschbeziehungen hängt maßgeblich davon ab, ob die innerstaatlichen rechtlichen und technischen Voraussetzungen im anderen Staat geschaffen sind", heißt es beim Bundesfinanzministerium (BMF).

Eine engere Zusammenarbeit zwischen den nationalen Steuerbehörden war nach Angaben des Ministeriums unerlässlich geworden, weil die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung die einzelnen Staaten vor so große Herausforderungen gestellt hat, dass sie allein nicht mehr zu bewältigen waren. Der Informationsaustausch soll für mehr Transparenz sorgen, indem er die Finanzbehörden in die Lage versetzt, im Ausland erzielte Einkünfte bei der Besteuerung im Inland zu berücksichtigen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.