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14.11.2017

Management-Studie: Vielen gilt der Burn-out als Schwäche

Die nach eigenen Angaben größte Führungskräfte-Umfrage in Deutschland und Österreich, der Management Report des Hernstein Instituts für Management und Leadership, hat in der aktuellen Ausgabe das Phänomen Burnout beleuchtet - und kam zu beunruhigenden Ergebnissen. 41 Prozent sehen ihn als Schwäche an, 53 Prozent beschäftigen sich gedanklich auch in ihrer Freizeit mit der Arbeit.

Für den Report wurden 1585 Führungskräfte und Unternehmer befragt. 900 davon arbeiteten in Deutschland, 685 in Österreich. Zwar gaben 57 Prozent der Führungskräfte an, private Verpflichtungen oder Interessen und berufliche Anforderungen in einem gesunden Gleichgewicht halten zu können. Allerdings sahen auch 13 Prozent ihre Work-Life-Balance derzeit in einer "akuten Schieflage". Am höchsten belastet sind junge Führungskräfte auf den mittleren und unteren Führungsebenen.

Resilienz gelte als wesentliche Kernkompetenz von Führungskräften

Resilienz gilt Hernstein zufolge als wesentliche Kernkompetenz von Führungskräften. Die Quote der Führungskräfte, die angaben, häufig Stress und zeitlichen Druck im Beruf zu haben, sank im Vergleich zu 2014 von 44 auf 37 Prozent. Auch hier gibt es ein "aber": Mehr als die Hälfte der Befragten kann nicht komplett abschalten und beschäftigt sich auch im Privaten mit beruflichen Themen und Vorfällen. Die Tendenz ist jedoch ebenfalls leicht sinkend. Abgesehen davon scheinen die Chefs vor Kräften zu strotzen: 38 Prozent bezeichneten sich als "vital und topfit", weitere 36 Prozent sogar in hohem Maße.

Viele Führungskräfte schätzen sich in puncto Burn-out als stark gefährdet ein

Gleichwohl schätzten sich 31 Prozent der befragten Führungskräfte in puncto Burn-out als stark oder teilweise gefährdet ein. Diese Gruppe ist wechselbereiter, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Immer noch scheint der Burn-out vielen als akzeptabel: 26 Prozent waren der Meinung, dass er ein "Zeichen von hohem Engagement und unter Führungskräften salonfähig" ist. 41 Prozent sehen ihn als Schwäche an. Wer ihn erleidet, gilt als nicht genug leistungsfähig. Immerhin 62 Prozent kennen zumindest einen Fall von Burn-out in ihrem Unternehmen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.