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30.10.2018

"Priming" macht Frauen wettbewerbsfreudiger

Erinnern sich Frauen an Situationen, in denen sie Kontrolle über andere Menschen hatten, treten sie anschließend schneller in den Wettbewerb ein. Das fanden Wissenschaftler der Universitäten Köln und Innsbruck heraus. Die Methode des sogenannten Primings könnte Unternehmen und ihren HR-Abteilungen sowohl bei der Personalauswahl als auch bei der Schließung des Gender Gaps helfen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Gehältern und in der Karriereentwicklung haben den Forschern zufolge wahrscheinlich auch damit zu tun, dass Männer eher bereit sind, sich in einen Wettbewerb zu begeben. Bei Frauen kann diese Bereitschaft mit einer einfachen Methode gesteigert werden, zeigt die Studie: dem "Priming". Dabei wird ein Reiz durch einen gezielten vorhergehenden Reiz beeinflusst.

Konkret sollten sich die Probanden eine Situation aus ihrem Leben vorstellen, in der sie entweder in einer neutralen Machtposition waren, oder in Positionen, in denen sie von anderen beherrscht wurden oder selbst Kontrolle über andere hatten. Dann sollten sie sich entscheiden, ob sie an einem einfachen Wettbewerb, dem Addieren von Zahlen in einer kurzen Zeit, teilnehmen.

Im Falle der "neutralen" Testpersonen wählten Männer deutlich öfter den Weg des Wettbewerbs als Frauen. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern verschwand jedoch, wenn die Probanden sich vorher an Situationen erinnert hatten, in der sie Macht über andere ausüben konnten. "Diese Erinnerungen beeinflussten das Verhalten der weiblichen Probanden so sehr, dass sie genauso oft wie ihre männlichen Konkurrenten in einen Wettbewerb eintraten", berichtet Professor Dr. Matthias Sutter von der Uni Köln.

Unternehmen könnten von solchen Techniken profitieren, da sie den oder die Beste(n) für eine Stelle für sich gewinnen möchten. Das "Priming" könne des Weiteren auch dabei helfen, den Gender Gap bei Karriere und Bezahlung zu schließen. Druck hilft dabei allerdings wenig: Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen sich den Forschern zufolge in solch einer Wettbewerbssituation wohlfühlen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.