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14.11.2018

Schlechter Bewerbungsprozess kann auch Kunden vergraulen

Ein schlechter Bewerbungsprozess kann mehr Schaden anrichten als "nur" einen vergraulten Kandidaten: 42 Prozent der Deutschen beeinflusst dieser auch in ihrem Konsumverhalten. Sie kaufen die Produkte des Unternehmens nicht mehr oder nehmen dessen Dienstleistungen nicht mehr in Anspruch. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der ManpowerGroup Solutions. Es gibt aber auch positive Wechselwirkungen.

So sagten nämlich 54 Prozent der deutschen Arbeitnehmer auf Jobsuche, dass sie eher für Arbeitgeber arbeiten wollen, deren Produkte und Dienstleistungen sie schätzen. Ein zufriedener Kunde hat also durchaus das Potenzial, ein interessierter Bewerber zu werden. Insgesamt befragte der Personaldienstleister für seine Studie weltweit 17.994 Berufstätige im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. 749 davon stammten aus Deutschland.

"Die Unternehmen in Deutschland sollten ihr Bewerbungsverfahren sehr genau unter die Lupe nehmen", hebt Silke Meyer, Geschäftsführerin bei ManpowerGroup Solutions, hervor. Nicht nur, dass ein Bewerber, der sich schlecht behandelt fühlt, bestimmt kein guter Kunde werde. Der negative Ruf verbreite sich auch wie eine Lawine.

So bejahten 60 Prozent der Jobsuchenden in Deutschland die Frage, ob sie es weitererzählen, wenn sie sich im Bewerbungsgespräch unwohl gefühlt oder keine Antwort auf ein Bewerbungsschreiben bekommen haben. "Empfindet ein Bewerber den Umgang mit ihm während eines Jobinterviews als negativ, nimmt er letztlich das gesamte Unternehmen negativ wahr", konstatiert Meyer.

46 Prozent der deutschen Befragten erwarten im Übrigen, dass sich die Jobsuche so einfach und stark personalisiert gestaltet wie ein Onlinekauf eines Buches oder eines Schuhs, so ein weiteres Ergebnis der Studie. In Polen und Malaysia liegt die Quote mit 67 beziehungsweise 68 Prozent noch wesentlich höher.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.