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21.11.2018

Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten: Sprache ist das A und O

Welchen Blick haben die Arbeitsagenturen und Jobcenter auf die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten? Eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter 1.000 Beschäftigten solcher Einrichtungen gibt Auskunft: So hakt es bei den Betroffenen oftmals an geringen Sprachkenntnissen und fehlenden oder nicht verwertbaren Qualifikationen.

Weitere Hemmnisse einer Vermittlung sind häufig Betreuungspflichten gegenüber Kindern und Angehörigen sowie die Unkenntnis von Rollenvorstellungen, Sitten und Gebräuchen in der deutschen Arbeitswelt. Auch gesundheitliche Einschränkungen wie Traumata erschweren mitunter die Arbeitsmarktintegration.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass der Spracherwerb das A und O ist: Zum einen für die gesellschaftliche Integration, zum anderen aber auch als notwendige Bedingung für erfolgreiche Qualifizierungsbemühungen. Um die Einstellungsbereitschaft bei Betrieben zu erhöhen, schätzten die Befragten Sprachförderungen, Eingliederungszuschüsse und die betriebliche Erprobung von Geflüchteten beim Arbeitgeber als besonders Erfolg versprechend ein.

Die Mehrheit der Teilnehmer glaubt, dass sich die Investitionen in Bildung und Ausbildung von Geflüchteten gesamtwirtschaftlich langfristig auszahlt. Dass diese Einheimischen Arbeitsplätze wegnehmen, halten sie für unwahrscheinlich: Aufgrund der spezifischen Vermittlungshemmnisse gehen die Befragten mehrheitlich davon aus, dass die Geflüchteten eher in direkte Konkurrenz zu anderen Migrantengruppen als zu einheimischen Arbeitskräften treten.

Weibliche Geflüchtete haben es indes besonders schwer: Nach Einschätzung der Vermittlungsexperten folgt die Aufgabenverteilung bei Geflüchteten oftmals noch stark traditionellen Geschlechterrollen. Es gelte zu beobachten, inwiefern die vorhandenen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Frauen genutzt werden und welche Wirksamkeit sie entfalten, schreiben die Studienautoren. Gegebenenfalls sei es nötig, "neue Ansätze der Beratung und Vermittlung speziell für geflüchtete Frauen zu entwickeln".

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.