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23.11.2018

Attraktiv bleiben für ausländische Fachkräfte

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom macht sich die Hälfte der deutschen Unternehmen Sorgen um die Attraktivität des Standorts Deutschland für Fachkräfte aus anderen Ländern. Grund dafür seien unter anderem Ereignisse wie die Auseinandersetzungen von Chemnitz.

Demnach rechnen 50 Prozent der telefonisch befragten 855 Personalverantwortlichen - aus deutschen Firmen ab drei Mitarbeitern - mit wachsenden Problemen bei der Rekrutierung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte. Zugleich zeigt die Erhebung eine überwiegend positive Einstellung der Personaler hinsichtlich der Zuwanderung ausländischer Fachkräfte - nicht zuletzt, weil damit der grassierende Fachkräftemangel erfolgreich zu bekämpfen sei.

So hielten es 54 Prozent der Befragten für notwendig, die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten effizienter voranzutreiben. 60 Prozent meinten sogar, von qualifizierter Zuwanderung hänge nicht weniger als der Erhalt des Wirtschaftswachstums und des Wohlstands in Deutschland ab. Während 84 Prozent der Personalverantwortlichen einen Bedarf an Akademikern wie etwa Ärzte oder IT-Spezialisten konstatierten, seien mit Abstand die meisten, nämlich 90 Prozent, für eine gezielte Förderung speziell beim Zuzug gefragter nicht-akademischer Berufe wie Handwerker oder Pfleger.

Zwingend erforderlich für eine Arbeitserlaubnis wäre aber aus Sicht der Unternehmen der Nachweis hinreichender Deutschkenntnisse, so 92 Prozent der Befragungsteilnehmer. Angesichts der Zunahme offener Ausbildungsplätze befürworten laut Umfrage 72 Prozent einen erleichterten Zugang ausländischer Bewerber zur Berufsausbildung in Deutschland. Ferner müsse die Anerkennung ausländischer Abschlüsse vereinfacht und beschleunigt werden, meinte fast jeder zweite Befragte (49 Prozent), und 47 Prozent seien dafür, die Fachkräfte-Zuwanderung aus Drittstaaten außerhalb der EU deutlich zu vereinfachen.

Bei der Einstellung ausländischer Bewerber wünschten sich 39 Prozent der Firmen auch eine Lockerung der Ansprüche an den Qualifikationsnachweis - ohne besondere staatliche Prüfung der vorhandenen Eignung. Ebenso viele würden - im Falle von gesuchten IT-Fachkräften - gerne sofort eine Arbeitserlaubnis erteilen, sobald deren berufspraktischen Kenntnisse oder Zertifikationen zufriedenstellend überprüft worden seien.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.