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26.11.2018

Copy & Paste bei Stellenanzeigen weit verbreitet, aber nicht empfehlenswert

"Attraktive Karrierechancen und hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten" - Bewerbern dürften solche Formulierungen bekannt vorkommen. Kein Wunder, denn eine Umfrage des Stellenmarkts meinestadt.de unter 116 Personalern hat ergeben, dass vier von fünf Befragten beim Verfassen von Stellenanzeigen aus Zeitmangel auf Textbausteine und Vorlagen zurückgreifen. Jobsuchende erreicht man so aber kaum.

Ein "gutes Arbeitsklima" wird bei der Werbung für das eigene Unternehmen am häufigsten genannt, gefolgt von "Karriereoptionen" beziehungsweise "Aufstiegschancen" sowie "flexiblen Arbeitszeiten". Bei den vielerorts benötigten Fachkräften mit Berufsausbildung laufe das Karriereargument aber ins Leere, hebt meinestadt.de hervor: Gerade Fachkräfte interessierten sich einer hauseigenen Studie zufolge weniger dafür als vielmehr für "Sicherheit": Sie wünschten sich etwa Angaben zur Entfristung des Vertrags oder zur pünktlichen Gehaltszahlung.

Mit der Qualität der Stellenanzeigen ist diese Zielgruppe folglich kaum zufrieden: Lediglich acht Prozent finden sie der Studie zufolge, für die mehr als 2.000 Fachkräfte mit Berufsausbildung befragt wurden, "sehr überzeugend". Auf der anderen Seite sind 55 Prozent der Personaler mit der Qualität der Bewerbungen unzufrieden, fast 40 Prozent mit der Quantität: Auf beiden Seiten besteht also Spielraum zur Optimierung.

Arbeitgeber sollten die Hürden senken, indem sie in ihren Stellenausschreibungen mit passgenauen Argumenten werben, empfehlen die Experten. Bisherige Employer Branding-Strategien orientierten sich jedoch fast ausschließlich an Akademikern. "Die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe zu beachten kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Recruiting mit sich bringen", betont Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de. Dabei sollte nicht nur zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern, sondern auch nach Funktionsprofilen und Branchen unterschieden werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.