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28.11.2018

Digitale Vorreiter bilden mehr aus und weiter als der Rest

Digitalisierung und Weiterbildung - beides scheint sich wechselseitig zu bedingen. Einer aktuellen Studie zufolge investieren Vorreiter im Bereich von digitalen Technologien auch stärker in die Weiterbildung als andere Betriebe. Dabei nutzen sie zudem vermehrt E-Learning. Die Ausbildung wandelt sich ebenfalls: Hier wird mehr Wert auf die Förderung überfachlicher Fähigkeiten gelegt.

Für die Studie haben das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mehr als 2.000 Betriebe befragt. "Um Beschäftigte für den technologischen Wandel zu rüsten, werden (betriebliche) Bildungs- und Qualifizierungsaktivitäten zunehmend wichtiger", konstatieren die Autoren. Es gelte insbesondere, die Fähig- und Fertigkeiten der Mitarbeiter über das ganze Erwerbsleben hinweg zu schulen, da das Wissen in sich rasant verändernden Arbeitswelten immer schneller veralte.

Diese Erkenntnisse scheinen sich auch bei den Unternehmen zunehmend durchzusetzen. Weiterbildung und Ausbildung spielt aus Sicht der Befragten eine zentrale Rolle. Betriebe mit hohem Digitalisierungsgrad bilden dabei schon heute vermehrt in anderen Berufen aus, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Gründe dafür gibt es mehrere. So steige der Bedarf an neuen Fähigkeiten mit dem Grad der Digitalisierung. Zudem können Vorreiter-Unternehmen versuchen, ihren Vorsprung durch Weiterbildung auszubauen.

Insgesamt nutzt bereits mehr als die Hälfte der deutschen Betriebe Technologien, die der sogenannten Arbeitswelt 4.0 zuzurechnen sind. Dazu zählen etwa selbststeuernde Maschinen oder IT-integrierte Systeme wie Analysetools mit Big Data. Für fast jeden fünften Betrieb sind die Technologien der Studie zufolge sogar zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Der Anteil der Betriebe, die sie einsetzen, ist im Dienstleistungssektor größer als der entsprechende Anteil der Betriebe im Produktionssektor. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass digitalisierte Produktionstechnologien meist teurer und schwieriger zu implementieren sind als Software im Dienstleistungsbereich.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.