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10.12.2018

Neuer Job, mehr Gehalt

Der häufigste Grund für Gehaltssteigerungen in Deutschland sind einer repräsentativen Befragung von Robert Half zufolge Jobwechsel. Die Entwicklung könne jedoch sowohl den Unternehmen als auch den Beschäftigten schaden.

Insgesamt hat die Beratung 1.000 Arbeitnehmer befragen lassen. Sie kam zu dem Fazit, dass Firmentreue nicht für ein Lohnplus sorge. Stattdessen hat fast jeder fünfte Arbeitnehmer für die letzte Gehaltserhöhung den Arbeitgeber gewechselt. Weitere 16 Prozent wechselten intern oder wurden befördert.

"Bedenklich ist, wenn es für gute Leistungen und Weiterentwicklungen in der aktuellen Position keine spürbaren Gehaltssteigerungen gibt", konstatiert Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. Für Mitarbeiter sei ein Gehaltsplus eine wichtige Wertschätzung. Bleibe sie verwehrt, könne das zu höheren Kündigungsraten sowie Neueinstellungen zu höheren Gehältern führen. Diese Spirale schade beiden Seiten: "Unternehmen verlieren wertvolle Arbeitskräfte und müssen Zeit sowie Geld für das Recruiting investieren." Arbeitnehmer riskierten durch den Stellenwechsel, dass der neue Job die Erwartungen nicht erfüllt oder ihnen sogar in der Probezeit gekündigt wird.

Kaum ein Mitarbeiter kann im bestehenden Arbeitsverhältnis eine so signifikante Steigerung des Gehalts wie bei einem Jobwechsel erwarten. Das zeigt eine weitere Befragung der Beratung unter 500 Führungskräften. In dieses Bild passt auch, dass nur neun Prozent der befragten Arbeitnehmer angaben, ihre letzte Gehaltserhöhung aufgrund erreichter Ziele erhalten zu haben. Noch weniger konnten ihr jüngstes Lohnplus auf eine lange Beschäftigungsdauer zurückführen.

Die Beratung empfiehlt Vorgesetzten und Mitarbeitern, sich regelmäßig auszutauschen. "Arbeitnehmer erfahren so, was noch zur nächsten Gehaltserhöhung fehlt", sagt Umbs. Unerlässlich sei aber auch, dass Personalverantwortliche deutlich kommunizieren, welche Erwartungen sie an die Mitarbeiter stellen und Ziele klar definiert werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.