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12.12.2018

Viele Beschäftigte würden gerne weniger lange arbeiten

Die Beschäftigten in Deutschland würden mehrheitlich gerne weniger arbeiten als bisher. Das zeigt eine Arbeitszeitbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Im Schnitt lag die Wunsch-Arbeitszeit bei rund 35 Stunden - vier Stunden unter der tatsächlich geleisteten. Lediglich zwölf Prozent der Befragten wollten ihre Arbeitszeit dagegen gerne verlängern.

Der Bericht beruht auf einer Befragung von rund 8.700 Erwerbstätigen, die 2017 durchgeführt wurde. Für Vergleichsmöglichkeiten wurden zudem Daten einer Befragung von 5.600 Personen aus dem Jahr 2015 herangezogen. Demnach entspricht die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten zwar häufig der Wunsch-Arbeitszeit. Die tatsächlich geleistete liegt aber oftmals deutlich darüber. Längere Arbeitszeiten wünschten sich dagegen vor allem Teilzeitbeschäftigte und Arbeitnehmer, deren Einkommen nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen.

Auch ein unterschiedliches Rollenbild kann aus den Ergebnissen herausgelesen werden. So passen Frauen ihre Arbeitszeiten laut BAuA stärker an persönliche Verpflichtungen wie Kinder oder Pflege an, während die Arbeitszeiten von Männern über verschiedene Lebensphasen hinweg eine hohe Konstanz aufweisen. Einig sind sich beide Geschlechter jedoch darin, dass sie sich mehr Handlungsspielraum bezüglich ihrer Arbeitszeiten wünschen.

In der Praxis bleibt dieser Wunsch häufig ein solcher. Der Vergleich der Befragungen zeigt, dass lediglich zwei von fünf Beschäftigten ihre Arbeitszeit wie gewünscht tatsächlich verkürzen konnten. "Für 31 Prozent verlängerte sich die Arbeitszeit hingegen sogar", heißt es in dem Bericht weiter. Immerhin zwei Drittel der Beschäftigten, die mehr arbeiten wollten, konnten dieses Ziel auch verwirklichen. Bei 17 Prozent verkürzte sich jedoch die Arbeitszeit.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.