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24.01.2019

Viele Frauen haben Informationsdefizit bei Rente und bAV

Der Ruhestand und die damit verbundene Rente sind vor allem für viele Frauen ein Buch mit sieben Siegeln. Einer Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon zufolge glaubten nur 58,4 Prozent von ihnen zu wissen, wie viel Geld sie im Alter brauchen. Bei den Männern waren es 73,1 Prozent. Auch fühlen sich Frauen finanziell sehr viel schlechter vorbereitet auf ihren Lebensabend.

45,5 Prozent von ihnen stellten sich diesbezüglich eine "nicht befriedigende bis ungenügende" Note aus. Dagegen sahen sich 73,1 Prozent der Männer "sehr gut bis befriedigend" gewappnet. Grundlage der Ergebnisse ist eine Befragung von 1.008 Arbeitnehmern in Großunternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten. "Auch aus welchen Quellen die Rente kommt, scheinen Männer besser zu wissen als Frauen", heißt es bei Aon.

Es gibt weitere unterscheidende Faktoren: So kannten sich männliche, höher verdienende sowie ältere Arbeitnehmer besser mit der Rente aus als weibliche, geringer verdienende sowie jüngere. Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass geringer bezahlte Teilzeitstellen überwiegend mit weiblichen Mitarbeitern besetzt sind. Mangelndes Interesse zumindest ist nicht ausschlaggebend: Lediglich 2 Prozent der Frauen und 1,4 Prozent der Männer antworteten auf die Frage, wie viel Geld sie für ihren Lebensstandard nach Renteneintritt brauchen, dass sie das nicht interessiert.

"Die Korrelation von ,geringer verdienend - weiblich - schlechter informiert' offenbart Defizite auf verschiedensten Ebenen", sagt Aon-Partner Gundula Dietrich. Sie plädiert dafür, das Informationsangebot zur betrieblichen Altersversorgung durch den Arbeitgeber speziell für Frauen zu verbessern. Gerade weil so viele von ihnen in Teilzeit arbeiten, sei das Thema Rente für sie von elementarer Bedeutung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.