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27.02.2019

Crowdworking ist bekannt, wird aber wenig genutzt

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) den Crowdworking-Markt in Deutschland unter die Lupe genommen. Dabei handelt es sich meist um freiberufliche Beschäftigte, die Aufträge von Unternehmen über eine Internet-Plattform akquirieren. Mittlerweile ist das Konzept vielen bekannt, doch wird es nur wenig genutzt.

Im Fokus der Expertise stehen die Branchen Informationswirtschaft und verarbeitendes Gewerbe, in denen das ZEW seit 2014 mehrmals repräsentative Unternehmensbefragungen durchführte. Es zeigte sich, dass 84 beziehungsweise 72 Prozent der Unternehmen Crowdworking kannten.

Tatsächlich genutzt wurde es 2018 aber nur von durchschnittlich rund zwei Prozent. In einzelnen Bereichen wie etwa bei Mediendienstleistern lag die Quote mit 6,4 deutlich höher. "Dies spiegelt die Tatsache wider, dass sich Arbeitsschritte bei der Erbringung von Mediendienstleistungen besonders gut für eine Auslagerung in die Crowd eignen", heißt es dazu in der Studie. Im verarbeitenden Gewerbe ist Crowdworking bei den Maschinenbauern mit 4,5 Prozent am weitesten verbreitet.

Über die Zeit hat sich die Nutzung des Arbeitskonzepts nur gering verändert. Das stehe im Kontrast zu dem deutlich ausgeprägten Anstieg der Bekanntheit des Phänomens, heben die Autoren hervor. Die Zurückhaltung kann mehrere Gründe haben. So gaben in beiden untersuchten Branchen jeweils 78 Prozent der Unternehmen als bedeutendstes Hemmnis an, dass sich die eigenen Arbeitsinhalte nicht für die Bearbeitung über Crowdworking-Plattformen eignen. Zwar erweiterten die Anbieter die Funktionalität ihrer Systeme, doch scheine dies die Wahrnehmung der Unternehmen nicht sonderlich geändert zu haben.

Weitere deutliche Vorbehalte gegenüber Crowdworking bestehen in der Sorge, dass unternehmensinternes Wissen abfließen könnte, sowie in Schwierigkeiten der Qualitätskontrolle der bezogenen Leistungen. Auch Unsicherheiten über die juristischen Rahmenbedingunen, hohe interne Arbeitsaufwände und Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung wurden häufig genannt. Etwa zwei von fünf Unternehmen sagten zudem, dass sie die Arbeitsform Crowdworking nicht unterstützen wollen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.