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01.03.2019

Höherwertige Tätigkeit im Job als berufliche Aufstiegs-Chance

Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) arbeiten mehr als zehn Prozent der dual ausgebildeten deutschen Fachkräfte in Tätigkeitsbereichen, die eigentlich einen höheren beruflichen Abschluss voraussetzen.

Nach den Ergebnissen der BIBB-Analyse "Beruflicher Aufstieg durch überwertige Erwerbstätigkeit - Männer und Frauen mit dualer Ausbildung im Vergleich" sind Arbeitnehmer damit in vielen Fällen auch ohne formal höherwertigen Abschluss beruflich aufgestiegen und erzielen jeweils ein höheres Einkommen als bei einer Beschäftigung, die ihrer erworbenen Qualifikation entspräche. So könne beispielsweise ein gelernter Kfz-Mechatroniker als Produktionsleiter beschäftigt sein oder eine gelernte Einzelhandelskauffrau als Filialleiterin.

In der Verteilung der Geschlechter gebe es allerdings deutliche Unterschiede: Während sieben Prozent der Frauen beruflich höherwertige Tätigkeiten ausübten, seien es fast doppelt so viele der männlichen Kollegen (13 Prozent). Zudem böten sich die besten Aufstiegschancen abhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf. Neben fertigungstechnischen Berufen aus den Bereichen Energie, Elektro und Mechatronik werden kaufmännische und unternehmensbezogene sowie IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe genannt, etwa Fachinformatiker, Groß- und Einzelhandelskaufleute sowie Industrie- und Bankkaufleute.

Im Rahmen der BIBB-Analyse wurden in Deutschland rund 20.000 Erwerbstätige befragt, die als höchste Ausbildung eine duale Berufsausbildung abgeschlossen haben. Aufgrund der Studienergebnisse sei anzunehmen, dass die bereits in der Berufsausbildung erworbenen fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten die meisten der höherwertig Beschäftigten dazu befähigt haben, ihre neuen beruflichen Aufgaben auch ohne weitere Aufstiegsfortbildungen zu erfüllen.

Angesichts des digitalen Wandels werde die Entwicklung in diese Richtung sich noch beschleunigen, so ein Experte des BIBB: "Dieser Wandel kann die Tendenz zur Ausübung höherwertiger Tätigkeiten verstärken, weil die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten beruflichen Qualifikationen sich schneller verändern als die Qualifikationsstruktur des Arbeitskräfteangebots. Die Ergebnisse zeigen, dass beruflich Qualifizierte auch höherwertige Tätigkeiten ausüben können und bereits in der Arbeitswelt von heute anpassungsfähig sind, um diesen Anforderungen gerecht zu werden."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.