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19.03.2019

DIHK-Arbeitsmarktreport: Konjunktur schwächelt, Fachkräftenachfrage aber nicht

Es gibt erste Anzeichen dafür, dass die Konjunktur ins Stocken geraten könnte. An den Fachkräfteengpässen in vielen Branchen ändert das jedoch nichts, im Gegenteil. Wie der DIHK-Arbeitsmarktreport zeigt, können mittlerweile 49 Prozent von 23.000 befragten Unternehmen offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Das sind mehr als im Vorjahr, als 47 Prozent keine passenden Arbeitskräfte fanden.

Die Entkoppelung dieser Entwicklung vom Konjunkturverlauf sei neu, so Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages: "Daher sind die hohe Fachkräftenachfrage und die Stellenbesetzungsschwierigkeiten besonders bemerkenswert." Besonders betroffen sind dem Report zufolge die Baubranche, aber auch technikorientierte Bereiche wie etwa der Werkzeugmaschinenbau. Zunehmend hätten außerdem Großunternehmen Probleme bei der Stellenbesetzung, obwohl sie gemeinhin bei Bewerbern besonders beliebt seien.

Die Engpässe ziehen sich mittlerweile durch alle Bildungsschichten. So suchten rund 30 Prozent der Unternehmen erfolglos Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung. "Bei den gering Qualifizierten ergibt sich im Vergleich zur Umfrage vor zwei Jahren die größte Steigerung", so Dercks. Inzwischen zeige sich zudem mehr als die Hälfte der Betriebe grundsätzlich interessiert, Bewerber auch aus dem Nicht-EU-Ausland einzustellen.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, plädiert der DIHK für die Förderung der beruflichen Bildung inklusive der höheren Berufsbildung. Zudem sollten digitale Kompetenzen gestärkt und die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte erleichtert werden. Letzteres kann nach Ansicht vieler befragter Unternehmen mittels zahlreicher Maßnahmen unterstützt werden. Dazu zählen die Verbesserung der Sprachkenntnisse durch mehr Angebote, die Vereinfachung administrativer Verfahren sowie eine bessere Unterstützung im Einstellungsprozess.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.