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22.03.2019

Fehlzeiten aus gesundheitlichen Gründen stark abhängig vom Beruf

Laut einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hängen krankheitsbedingte Fehlzeiten eng mit der beruflichen Tätigkeit zusammen. Das ergab die Auswertung der AOK-Arbeitsunfähigkeitsdaten 2018 von knapp 14 Millionen Arbeitnehmern aus über 1,6 Millionen Unternehmen.

Während demnach Beschäftigte im Bereich der Ver- und Entsorgung 2018 mit dem Spitzenwert von 32,5 Tagen krankheitsbedingt fehlten, gab es die niedrigsten Ausfallzeiten bei Berufen aus Hochschullehre und -forschung mit nur 4,6 Tagen. Durchschnittlich hätten Arbeitnehmer der Berufsgruppen mit geringsten Krankenständen jährlich 12,8 Tage gefehlt, bei denen mit höchsten Krankenständen seien es mehr als doppelt so viele (26,3 Tage). "Jeder Beruf beinhaltet ein spezifisches gesundheitliches Risikoprofil. Präventionsangebote im Betrieb müssen daher immer auf die jeweilige Berufsgruppe angepasst werden", so ein WIdO-Experte.

Berufsgruppen mit hohen körperlichen Arbeitsbelastungen stellen der WIdO-Analyse zufolge einen besonders hohen Anteil bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten, beispielsweise Straßen- und Tunnelwärter mit 31,4 Fehltagen oder Beschäftigte in der industriellen Gießerei (30 Fehltage). Die Art der beruflichen Tätigkeit beeinflusse die Fehlzeiten sogar stärker als das Alter der Arbeitnehmer, daher sei zu bedenken: "In Zeiten des Fachkräftemangels unterstützen bereits heute viele Unternehmen ihre Beschäftigten dabei, möglichst lange gesund im Betrieb zu bleiben. Hierzu sind auch altersgerechte Arbeitsbedingungen notwendig, die insbesondere den spezifischen Bedürfnissen älterer Beschäftigter Rechnung tragen."

Berufsspezifische Anforderungen, so ein Resümee der Studie, seien auch für die Art der Erkrankung in hohem Umfang verantwortlich: z. B. für Muskel-Skelett-Erkrankungen bei Berufen mit körperlich belastenden Tätigkeiten oder für psychische Erkrankungen in dienstleistungsorientierten Berufen´- dazu gehöre auch die Alten- sowie die Haus- und Familienpflege. 2018 sei zudem die Dauer der Abwesenheit wegen psychischer Erkrankungen mit 26,3 Tagen pro Fall mehr als doppelt so hoch gewesen wie die durchschnittliche Fehlzeit von 11,8 Tagen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.