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11.04.2019

Statistik: Diskriminierung zeigt sich vor allem am Arbeitsplatz

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bekommt zunehmend Arbeit. Denn die Beratungsanfragen, die sich auf Merkmale des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) beziehen, nehmen zu. Zudem zeigt die Statistik, dass Diskriminierung insbesondere am Arbeitsplatz vorkommt.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist unabhängiger Ansprechpartner für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Von den insgesamt 4.220 Beratungsanfragen im vergangenen Jahr bezogen sich 3.455 auf mindestens ein vom AGG geschütztes Merkmal. Im Vorjahr waren es erst 2.995. Als Diskriminierungsmerkmal nach dem AGG gelten Alter, Behinderung, ethnische Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Anfragen, die sich auf mindestens ein geschütztes Merkmal bezogen, um rund 15 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort: Noch 2015 gingen "nur" rund 2.000 solcher Anfragen ein. Die Stelle führt die kontinuierliche Steigerung vor allem darauf zurück, dass ihre Bekanntheit zunimmt und Betroffene besser über ihre Rechte im Rahmen des AGG informiert sind. Sie wurde mit Inkrafttreten des AGG im Jahr 2006 eingerichtet.

Die meisten Anfragen bezogen sich 2018 auf die Merkmale ethnische Herkunft oder rassistische Zuschreibungen (31 Prozent), gefolgt von Geschlecht (29 Prozent), Behinderung (26 Prozent) und Alter (14 Prozent). Sieben Prozent der Anfragen drehten sich um Religion, während sexuelle Identität und Weltanschauung mit fünf beziehungsweise zwei Prozent eine untergeordnete Rolle spielten.

"Am häufigsten zeigt sich Diskriminierung der Statistik zufolge am Arbeitsplatz", heißt es bei der Antidiskriminierungsstelle weiter. 36 Prozent der eingangs genannten Anfragen befassten sich damit. Zu den fraglichen Vorfällen zählen beispielsweise die Benachteiligung Schwangerer in einem Arbeitsverhältnis, die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund bei der Jobsuche, eine Ungleichheit beim Entgelt oder sexuelle Belästigung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.