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18.04.2019

BIBB-Datenreport 2019: Besetzungsprobleme bei Ausbildungsstellen

Im Jahr 2018 wurden mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr geschlossen, gleichzeitig stieg die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen an. Das zeigt der Datenreport 2019 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Die Schwierigkeiten nehmen zu, den Ausgleich zwischen berufsspezifischen, qualifikatorischen und regionalen Gegensätzen zu schaffen, wie der Datenreport aufzeigt. Der verschärften Situation im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren stehe zwar eine gestiegene Anzahl der von Unternehmen angebotenen Ausbildungsplätze gegenüber sowie andererseits eine erhöhte Nachfrage nach Ausbildungsstellen seitens der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Doch trotz positiver Entwicklungen und einem deutlichen Plus bei den 2018 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen blieben auf dem Ausbildungsmarkt im letzten Jahr 57.700 Stellen unbesetzt; 2017 seien es noch 49.000 gewesen.

Ebenfalls gestiegen ist dem Report zufolge der Anteil unbesetzter Stellen am betrieblichen Gesamtangebot: von 8,8 Prozent im Jahr 2017 auf 10 Prozent in 2018. Geringfügig verringert habe sich demgegenüber der Anteil von Bewerbern, die sich noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle befanden - auf 12,9 Prozent 2018 gegenüber 13,3 Prozent im Jahr zuvor.

Als eines seiner Schwerpunktthemen definiert der diesjährige BIBB-Datenreport, fungierend als Ergänzung des vom Bundeskabinett verabschiedeten Berufsbildungsberichts 2019, die "Berufsbildung 4.0 - Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen". Neben umfassenden Analysen und Informationen in puncto berufliche Aus- und Weiterbildung biete die Erhebung einen ausführlichen Überblick über Förderprogramme von Bund und Ländern zur Berufsausbildung und gebe zudem Aufschluss über die internationalen Indikatoren und Benchmarks.

Darüber hinaus ergänzten "Vertiefende Analysen auf Basis eigener Primärerhebungen" die inzwischen "etablierten Standardindikatoren und langen Zeitreihen des Datenreports". Für die Ergebnisdarstellung seien zudem, wie bereits in den Vorjahren, auch sekundärstatistische Datenquellen genutzt worden.

Die wesentliche Stärke des BIBB-Datenreports liegt laut BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl "im Zusammenspiel einer standardisierten, zeitreihengestützten Berichterstattung mit wechselnden Erhebungen zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen." Daher fasst der Experte abschließend zusammen: "Der Datenreport des BIBB stellt mit seiner Gesamtschau ein zentrales Nachschlagewerk zur beruflichen Bildung für Wissenschaft, Politik und Praxis dar."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.