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26.04.2019

Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Job?

Laut aktuellem Arbeitsbarometer des Personaldienstleisters Randstad hat im vergangenen Jahr die Jobzufriedenheit in Deutschland so stark nachgelassen wie in keinem anderen Land weltweit.

Die Anzahl der deutschen Beschäftigten, die ihre Arbeitsstelle positiv bewerten, sei mit 65 Prozent auf einem Rekordtief angelangt und trotz florierender Wirtschaftslage um 7,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Zwar gebe es in Ungarn mit derzeit nur 61 Prozent Jobzufriedenheit noch schlechtere Werte, demgegenüber stünden aber auch Länder wie Großbritannien (68 Prozent) und Italien (71 Prozent), in denen ungeachtet innerer Krisen weitaus weniger Arbeitnehmer(innen) unzufrieden mit dem Job seien. Spitzenreiter bei der positiven Bewertung ihres Arbeitsplatzes sind der Erhebung zufolge die Befragten in Dänemark - mit 82 Prozent Zustimmung.

Auch zwischen den Geschlechtern gebe es in puncto Jobzufriedenheit klare Unterschiede: Während sich lediglich 59,4 Prozent der Arbeitnehmerinnen mit ihrer beruflichen Tätigkeit zufrieden oder sehr zufrieden zeigten, äußerten die männlichen Kollegen mit 71,4 Prozent deutlich mehr Zustimmung zum Arbeitsplatz. Dabei ließen sich in der Altersgruppe der 24- bis 34-Jährigen laut Befragung die größten Differenzen erkennen.

Obwohl die Konjunktur eines Landes nicht unmittelbar von der Arbeitsunzufriedenheit der Beschäftigten berührt werde, sehen die Studienmacher doch "ein Warnsignal für die deutsche Wirtschaft". Innerliche Kündigung oder schlimmstenfalls sogar Kündigungswellen könnten die Folge sein. Daher seien beispielsweise regelmäßige Mitarbeiterbefragungen empfehlenswert, um die Stimmung der Angestellten und Möglichkeiten der Verbesserung herauszufinden - "den Finger ganz nah am Puls der Belegschaft" zu haben, so ein Randstad-Experte, "um sich anbahnende Themen früh zu erkennen und ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken". Das wäre etwa mit geeigneten Online-Tools möglich und könne "wesentlich dazu beitragen, die Unternehmens- und Führungskultur weiter zu entwickeln."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.