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02.05.2019

Arbeitswelt 4.0 bringt neue Risiken mit sich

Weltweit sterben täglich 6.500 Menschen an Krankheiten, die durch Arbeitsbedingungen verursacht wurden. 374 Millionen macht ihr Job krank. Diese Zahlen gehen aus einem neuen Report der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hervor. Zu den potenziellen Risiken zählen neben befristeten Arbeitsverträgen und flexibleren Arbeitszeiten auch die zunehmende Tele- und Heimarbeit, berichten die Experten.

Grund dafür sei, dass sich Arbeitnehmer zuhause isoliert fühlen könnten oder es als Stress empfinden, wenn der Beruf und das Privatleben immer stärker ineinander übergehen. "Telearbeit führt oft zu einer höheren Arbeitsintensität und der erhöhten Wahrscheinlichkeit von Konflikten zwischen Familie und Beruf", heißt es in dem Bericht (in englischer Sprache). Zudem sei Telearbeit auch mit Schlafstörungen verbunden.

Eine Herausforderung sei darüber hinaus, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu gewährleisten oder zu überwachen, wenn die Beschäftigten nicht in den Räumen des Arbeitgebers tätig sind. Weibliche Heimarbeiter könnten zudem zusätzlichen psychosozialen Druck empfinden, wenn sie zuhause gleichzeitig noch für die Pflege oder Erziehung verantwortlich sind.

Eine weitere mögliche Gefahrenquelle haben die Autoren in der zunehmenden Nutzung von Robotern und Automatisierungstechnologien identifiziert. Sie könnte zum einen ergonomische Risiken mit sich bringen, zum anderen aber auch bisher noch unbekannte psychosoziale Risiken durch die Interaktion zwischen Robotern und Menschen.

"Wir beobachten tiefgreifende Veränderungen bezüglich der Arbeitsorte und Arbeitsweisen", berichtet Manal Azzi von der ILO. Nötig seien Sicherheits- und Gesundheitsstrukturen, die diesem Wandel Rechnung tragen. Dazu zählten weitere Forschungen zu neu auftretenden Risiken der Arbeit sowie die Schärfung des öffentlichen Bewusstseins für Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.