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09.05.2019

Personaler stehen KI positiv, aber auch kritisch gegenüber

Die meisten Personalmanager sind offen für das Thema Künstliche Intelligenz. Vielen von ihnen fehlen derzeit aber noch konkrete Anwendungsbeispiele sowie Trainings, um die Technologie selbst einsetzen zu können. Immerhin 41 Prozent prüfen den Einsatz bereits. Das zeigt eine Umfrage des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) und dem Ethikbeirat HR-Tech.

An der Erhebung haben 1.032 Personaler aus unterschiedlichen Branchen teilgenommen. 74 Prozent von ihnen gaben an, dass sie sich mit dem Thema KI intensiv beschäftigen. Jeweils 16 Prozent planen den Einsatz konkret oder nutzen die Technologie bereits. Rund ein Viertel der Befragten schließt die Nutzung, zumindest derzeit, aus.

Für die Zurückhaltung gebe es Gründe, heißt es beim BPM: "Die Befragten thematisieren das Einhalten ethischer Grenzen, Haftung und Rechenschaftspflichten sowie die Transparenz der Technologie-Funktionsweise." Viele Personalmanager äußerten darüber hinaus den Wunsch, Best-Practice Beispiele von HR-Tech Uses Cases zur Verfügung gestellt zu bekommen oder über Trainings beziehungsweise Ansprechpartner besser auf neue Technologien vorbereitet zu werden.

Die größten Veränderungen durch KI in der Personalarbeit sehen 40,6 Prozent bei der Mitarbeitersuche sowie 25,3 Prozent bei der Mitarbeiterverwaltung. 45 Prozent äußerten, dass eine Maschine "niemals die finale Entscheidung in einem Personalauswahlprozess ausüben" dürfe. Dabei sei es egal, ob es sich um eine Einstellung, eine Beförderung oder eine Entlassung handelt.

"Die Studie belegt deutlich, dass Personaler Innovationen und digitale Lösungen in ihrem Bereich vorantreiben, aber vor dem Hintergrund der Anforderungen und Tragweite ihrer Aufgaben deren Nutzung sorgfältig prüfen und abwägen", kommentiert Michael H. Kramarsch, Mit-Initiator des Ethikbeirats HR Tech, die Ergebnisse. Entscheidungen zu Menschen seien etwas grundlegend anderes als beispielsweise Logistikoptimierungen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.