Sozialpolitischer Kommentar

DKG drängt zurecht auf Seelenrettung

Cornelia Kolbeck, Freie Journalistin für Medizin und Gesundheitspolitik

Sozialpolitischer Kommentar

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert seit Jahren Veränderungen, damit die Gesundheitsversorgung nicht der Wirtschaftlichkeit zum Opfer fällt. Sie drängt auch in ihrer aktuellen "Denkschrift" auf eine dringende Zäsur. In dem mit einem großen "SOS" versehenen 19-seitigen "Notruf aus allen Krankenhäusern an die Politik" wird ein hoher politischer wie ökonomischer Interventionsdruck beklagt. Nahezu kein Krankenhaus bliebe davon unberührt, so die DKG, die auf Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen von mehr als 20 Milliarden Euro verweist. Hunderte Millionen davon würden den Krankenhäusern durch überzogene Rechnungskürzungen und Verweigerungen bei gesetzlich vorgesehenen Verbesserungen wie Zuschläge für spezialisierte Zentren vorenthalten.

Sparen und Kosten senken gehört inzwischen zwangsläufig zum Alltag in vielen Gesundheitseinrichtungen. Sehr deutlich forderte der Deutsche Ärztetag deshalb im Mai "eine klare Trendwende von einer verfehlten Ökonomisierung hin zu einer am medizinischen, pflegerischen und menschlichen Bedarf ausgerichteten Modernisierung". Daran erinnert auch das "Save our Souls" der DKG. Ärzte- und Klinikverbände dürfen nicht müde werden, die Ökonomisierung und damit verbundene Belastungen sowie die Ursachen derselben immer wieder zu thematisieren und die Politik zum Gegensteuern aufzufordern. Das Streben nach Profit und dicken Finanzpolstern wird sich sicher nicht mehr verhindern lassen, aber es ließe sich zumindest politisch limitieren.

 

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