Thema der Woche

26.06.2017

Kündigung der Krankenkasse

Seine gesetzliche Krankenkasse zu kündigen ist eigentlich ganz einfach. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Geht also die Kündigung im Laufe des Mai bei der Kasse ein, endet die Mitgliedschaft mit dem 31. Juli. Eigentlich!

Dem entgegenstehen könnte beispielsweise die sog. Bindungsfrist. Wer sich nämlich einmal für eine Krankenkasse entschieden hat, ist an diese Wahl grundsätzlich für die nächsten 18 Monate gebunden. Ein vorheriges Ausscheiden ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich, etwa wenn das Mitglied in die private Versicherung wechseln möchte, eine Familienversicherung beginnt oder die Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag anhebt. Einschränkungen bestehen auch, wenn das Mitglied einen Wahltarif bei seiner Kasse abgeschlossen hat. Dann ist das Mitglied für drei Jahre an die Wahl gebunden. Allerdings gilt diese Einschränkung nur für bestimmte Formen des Wahltarifes.

Ein ganz wichtiger Faktor bei der Kündigung ist der Nachweis des folgenden Versicherungsschutzes. Deshalb muss man auch differenzieren nach der Art der Versicherung. Am einfachsten ist die Kündigung bei einem Pflichtversicherten, also beispielsweise einem Arbeitnehmer. Dieser kündigt seine bisherige Kasse und erhält von dieser eine Kündigungsbestätigung. Diese ist im Gesetz vorgeschrieben und muss von der Kasse innerhalb von zwei Wochen ausgestellt werden. Die Kündigungsbestätigung legt er dann seiner neu gewählten Krankenkasse vor. Diese sendet eine Mitgliedsbescheinigung an den Arbeitgeber (oder eine andere zur Meldung verpflichtete Stelle wie z.B. die Arbeitsagentur). Die Ummeldung darf nur erfolgen, wenn die Mitgliedsbescheinigung vorliegt. So wird sichergestellt, dass eine nahtlose Krankenversicherung besteht.

Bei einem freiwilligen Mitglied gilt das Verfahren entsprechend - soweit eine zur Meldung verpflichtete Stelle besteht. Diese kann auch dann eine Abmeldung von der gesetzlichen Krankenkasse vornehmen, wenn zwar keine Mitgliedsbescheinigung einer anderen gesetzlichen Krankenkasse vorliegt, aber der Nachweis einer adäquaten ausreichenden anderweitigen Absicherung des Krankheitsrisikos erbracht wird. Das wird in der Regel die Bescheinigung einer privaten Krankenversicherung sein.

Gibt es keine zur Meldung verpflichtete Stelle, muss der Nachweis gegenüber der Krankenkasse erbracht werden.

Allerdings gibt es auch andere, nicht anerkannte Organisationen, die für ihre Mitglieder lediglich ein "Art Krankenversicherung" anbieten. Es muss sichergestellt sein, dass die Leistungen im Wesentlichen denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen und auch deren Finanzierung gesichert ist. In Zweifelsfällen sollte der Arbeitgeber bei der gesetzlichen Krankenkasse des Beschäftigten nachfragen.


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