Thema der Woche

12.11.2018

Künstlersozialabgabe

Schon seit 1983 gibt es die Künstlersozialversicherung. Durch die Einrichtung dieser besonderen Sozialversicherung sollen freiberufliche Künstler und Publizisten besser abgesichert werden, als dies davor der Fall war. Die Künstlersozialkasse finanziert sich aus Beiträgen, staatlichen Zuschüssen und der Künstlersozialabgabe.

Die Künstlersozialabgabe ist ein Beitrag zur Finanzierung der Künstlersozialversicherung. Für einen als Künstler oder Publizisten beschäftigten Arbeitnehmer, muss der Arbeitgeber den üblichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag entrichten.

Daneben gibt es aber eine Besonderheit: Unternehmen, die Leistungen von selbstständigen Künstlern oder Publizisten in Anspruch nehmen, müssen eine Künstlersozialabgabe an die Künstlersozialkasse (KSK) entrichten.

Zahlen müssen die Künstlersozialabgabe zunächst alle Unternehmen, die durch ihre besonderen Branchenkenntnisse den Absatz künstlerischer Leistungen am Markt ermöglichen oder fördern. Das sind Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen selbstständiger Künstler/Publizisten in Anspruch nehmen, insbesondere Presseagenturen, Theater, Rundfunkanstalten, Galerien usw.

Aber auch alle anderen Unternehmen sind abgabepflichtig, wenn sie für ihre eigenen Zwecke Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dazu nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten vergeben.

Als "gelegentlich" gelten Aufträge, die eine "Geringfügigkeitsgrenze" von insgesamt 450,00 EUR in einem Kalenderjahr nicht überschreiten – die Ähnlichkeit mit der Minijobgrenze ist nicht ganz zufällig. Diese Freigrenze gilt jedoch nur für Unternehmen, die nicht typischerweise künstlerische/publizistische Leistungen/Werke selbstständiger Künstler/Publizisten in Anspruch nehmen.

Die zahlungspflichtigen Unternehmen müssen bis zum 31. März eines Jahres alle Entgelte des Vorjahres an die Künstlersozialkasse melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der jeweils in Anspruch genommene Künstler oder Publizist selbst nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz versichert ist oder nicht.

Beitragspflichtig sind alle Aufwendungen des Unternehmens, die erforderlich sind, um die Leistung zu erhalten oder zu nutzen. Dazu gehört in erster Linie das Honorar für den Künstler oder Publizisten, aber auch Ersatz von Kosten und andere Nebenleistungen, wie beispielsweise Telefon- und Frachtkosten, sowie ersetzte Material- oder Personalkosten.

Nicht beitragspflichtig sind die an den Künstler ggf. gezahlte Umsatzsteuer, Zahlungen an Verwertungsgesellschaften (z.B. GEMA, VG Wort usw.), sowie Reise- und Bewirtungskosten (in den steuerlichen Grenzen) und andere steuerfreie Aufwandsentschädigungen.

Der Abgabesatz wird jährlich neu festgesetzt. Für die Jahre 2018 und 2019 beträgt er 4,2 %.


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