Thema der Woche

13.02.2017

Werkstudentenregelung nur für "ordentlich Studierende"

Die Spitzenverbände der Sozialversicherung haben am 23.11.2016 eine neue gemeinsame Verlautbarung zur versicherungsrechtlichen Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten herausgegeben. Dabei gab es eine Veränderungen bei der Beurteilung der Versicherungsfreiheit.

Voraussetzung für die Einstufung als ordentlich Studierender ist, dass eine wissenschaftliche Ausbildung in einem geordneten Studien- oder Ausbildungsgang erfolgt und der Student sich einer mit dem Studium in Verbindung stehenden oder darauf aufbauenden Ausbildungsregelung unterwirft.

Wer nach dem Abschluss weiter eingeschrieben bleibt, behält seinen Status als ordentlich Studierender nur, wenn er danach ein Aufbaustudium oder ein Zweitstudium in einer anderen Fachrichtung betreibt. Ein Promotionsstudium gehört nicht dazu.

In der Verlautbarung wird klargestellt, dass die Hochschulausbildung i.S.d. Anwendung des Werkstudentenprivilegs nicht mehr mit der letzten Prüfungsleistung, sondern mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet worden ist, als beendet angesehen wird. Die spätere Überreichung des Zeugnisses i.R.e. Abschlussfeier hat dabei keine Bedeutung.

Hingegen wird festgelegt, dass auch bei nur kurzen Unterbrechungen beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium nicht von einem durchgehenden Fortbestehen der Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlich Studierenden auszugehen ist. Gegebenenfalls besteht also in diesem Zwischenzeitraum Versicherungspflicht als Arbeitnehmer.

Abweichendes gilt, wenn das Studium an einer anderen Hochschule fortgesetzt wird und es wegen unterschiedlicher Semesterzeiten zu einer Unterbrechung kommt.

Beispiel:

Wechsel von der Fachhochschule zur Universität.

Exmatrikulation an der Fachhochschule zum Semesterende: 28.02.

Semesterbeginn an der Universität: 1.04.

Auch für den März bleibt der Status des ordentlichen Studierenden erhalten.

Studienvorbereitende Sprachkurse oder Studienkollegs für ausländische Studenten führen nicht zur Eigenschaft als ordentlich Studierender. Grund dafür ist, dass durch diese Vorbereitungskurse überhaupt erst die Studienberechtigung und -befähigung erlangt wird.

Nach einer Studienzeit von mehr als 25 Fachsemestern geht man davon aus, dass es sich nicht (mehr) um einen ordentlich Studierenden handelt und das Studium nicht mehr im Vordergrund steht und deshalb das Werkstudentenprivileg nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. Der Betroffene kann allerdings den Gegenbeweis erbringen.

Eine Besonderheit gilt bei Studenten der Fernuniversität Hagen. Diese können die Werkstudentenregelung nur dann in Anspruch nehmen, wenn sie zusätzlich zur Immatrikulation nachweisen, dass sie tatsächlich ein Vollzeitstudium ausüben.


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