Thema der Woche

10.12.2018

Weihnachtsgeld und die Beiträge

Viele Unternehmen zahlen ihren Beschäftigten im November oder Dezember Weihnachtsgelt – unter dieser oder einer anderen Bezeichnung (13. Monatsgehalt, Jahresprämie o.ä.). Schon von der Gestaltung her eine klassische Einmalzahlung mit der Folge einer besonderen Beitragsberechnung.

Um zu vermeiden, dass Unternehmen und  Beschäftigte durch hohe Einmalzahlungen, die die monatliche Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, Sozialversicherungsbeiträge verkürzen können, hat der Gesetzgeber schon vor vielen Jahren die besondere Beitragsberechnung für Einmalzahlungen eingeführt. Diese werden nicht nur der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze gegenübergestellt, sondern einer anteiligen Jahresbeitragsbemessungsgrenze, die einen längeren Zeitraum umfasst.

An erster Stelle steht die Prüfung, ob die Einmalzahlung zusammen mit dem laufenden Entgelt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung (bei krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern) bzw. der Rentenversicherung (bei krankenversicherungsfreien Beschäftigten) übersteigt. Falls nicht, ist der Gesamtbetrag mit Beiträgen zu belegen und eine gesonderte Berechnung für die Einmalzahlung nicht erforderlich.

Andernfalls ist eine anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze zu bilden. Diese umfasst üblicherweise den Zeitraum vom 01.01. des Jahres bis zum letzten Tag des Auszahlungsmonats. Hat die Beschäftigung erst später begonnen oder liegen beitragsfreie Zeiten vor, so wird die anteilige Grenze entsprechend angepasst.

Bei der Berechnung werden volle Monate zu 30 Tagen berechnet. Die Anzahl der Kalendertage der entsprechenden Beschäftigungszeit wird mit der Jahresbeitragsbemessungsgrenze multipliziert und durch 360 geteilt. Dem so ermittelten Wert wird das bisherige beitragspflichtige Entgelt in diesem Zeitraum gegenübergestellt. Die Differenz stellt den maximal beitragspflichtigen Teil der Einmalzahlung dar. Die Berechnung wird für die Kranken- und Pflegeversicherung einerseits und die Renten- und Arbeitslosenversicherung andererseits getrennt vorgenommen, da die Grenzwerte unterschiedlich hoch sind.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer erzielt ein monatliches Entgelt von 4.000,00 EUR. Im November erhält er ein Weihnachtsgeld von 5.000,00 EUR. Der Beschäftigte ist versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Beschäftigung bei diesem Arbeitgeber besteht seit Jahren.

Die erste Prüfung ergibt, dass das monatlich Entgelt im November zusammen mit dem Weihnachtsgeld die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung (2018 = 4.425,00 EUR) übersteigt. Es ist also die besondere Berechnung für die Einmalzahlung vorzunehmen.

Der Zeitraum läuft vom 01.01.2018 bis 30.11.2018, das sind 330 Kalendertage.

Die Berechnung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze:

Kranken- und Pflegeversicherung:

53.100,00 EUR x 330                          = 48.675,00 EUR

      360

Renten- und Arbeitslosenversicherung:

78.000,00 EUR x 330                          = 71.500,00 EUR

      360

Das bisherige Entgelt (einschließlich des laufenden Entgelts für November) betrug 44.000,00 EUR (4.000,00 EUR x 11). Die Differenz mithin der Kranken- und Pflegeversicherung: 4.675,00 EUR, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung: 27.500,00 EUR.

Für die Einmalzahlung muss in der Kranken- und Pflegeversicherung noch aus 4.675,00 EUR der Beitrag berechnet werden, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist das Weihnachtsgeld in vollem Umfang beitragspflichtig.


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