Thema der Woche

09.07.2018

Schüleraushilfen

In den Ferien oder nach Beendigung der Schule suchen sich viele junge Leute einen Job, um Geld zu verdienen. Zwar gelten grundsätzlich die üblichen Regelungen für geringfügige Beschäftigungen, aber einige Besonderheiten sind doch zu berücksichtigen.

Minijob ist Minijob, und wer mit seinem monatlichen Entgelt die 450,00 EUR nicht überschreitet, bleibt versicherungsfrei. Ausnahme ist hier die Rentenversicherung, in der grundsätzlich Versicherungspflicht besteht. Allerdings kann sich der Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Eine schriftliche Erklärung gegenüber seinem Arbeitgeber – die dieser zu den Gehaltsunterlagen nehmen muss – ist ausreichend. Das gilt für Schüler und Schulentlassene gleichermaßen und ohne Sonderregelungen.

Wird eine Beschäftigung – über 450,00 EUR – nur gelegentlich ausgeübt, ist sie versicherungsfrei und zwar in allen Zweigen der Sozialversicherung (außer der Unfallversicherung). Anders als beim Minijob, kommt es auch nicht zur Rentenversicherungspflicht. Voraussetzung: Die Beschäftigung ist von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung und wird nicht berufsmäßig ausgeübt. Begrenzt ist die vorübergehende Beschäftigung durch das Gesetz auf maximal zwei Monate oder 50 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres. Ausnahmsweise gelten bis Ende 2018 drei Monate oder 70 Arbeitstage. Diese Regelung wurde vorübergehend eingeführt um die Veränderungen durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes abzufedern.

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung muss also immer geprüft werden, ob es im Kalenderjahr bereits andere Beschäftigungen gab, die auf die drei Monate angerechnet werden müssen. Werden insgesamt, also unter Einbeziehung der zu beurteilenden Beschäftigung mehr als drei Monate erreicht, wird die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt und ist damit versicherungspflichtig.

Allerdings kann auch eine kurzfristige Beschäftigung ohne vorherige Tätigkeit berufsmäßig ausgeübt werden. Das ist grundsätzlich nach Ende des Schulbesuchs der Fall, also mit dem eigentlichen Eintritt ins Erwerbsleben.

Hierbei ist allerdings von Bedeutung, was der Betroffene nach dem Ende des Schulbesuchs machen will. So bleiben Beschäftigungen zwischen dem Schulabschluss und einer beabsichtigten Fachschulausbildung, einem weiteren Schulbesuch bzw. beabsichtigtem Studium versicherungsfrei, weil sie nicht berufsmäßig ausgeübt werden – sofern die Zeiträume für die Kurzfristigkeit eingehalten werden.

Kurzfristige Beschäftigungen zwischen Schulentlassung und Ableistung eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres, eines Bundesfreiwilligendienstes, eines dem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr vergleichbaren Freiwilligendienstes oder eines freiwilligen Wehrdienstes werden dagegen berufsmäßig ausgeübt. Dies gilt auch, wenn nach der Ableistung des freiwilligen Dienstes voraussichtlich ein Studium aufgenommen wird. In diesen Fällen besteht daher trotz der Befristung Versicherungspflicht als Arbeitnehmer.

Das gilt im Übrigen auch, wenn zwischen dem Ende des Schulbesuchs und dem Beginn einer betrieblichen Ausbildung eine kurzfristige Beschäftigung ausgeübt.


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