Thema der Woche

15.04.2019

Die gesetzliche Unfallversicherung

Eine wichtige Säule der deutschen Sozialversicherung ist die gesetzliche Unfallversicherung. Sie tritt ein, wenn ein Beschäftigter einen Unfall bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder nach Hause erleidet oder von einer Berufskrankheit betroffen ist.

Die Unfallversicherung soll – neben dem Ausgleich entstandener Schäden und der Übernahme der erforderlichen Behandlungskosten – zugleich dem sozialen Frieden im Unternehmen dienen. Durch die Unfallversicherung ist nämlich der Arbeitgeber grundsätzlich von der Haftung gegenüber seinen Arbeitnehmern freigestellt. Das gilt natürlich nicht für vorsätzliche Handlungen. Auch ein Verschulden von Arbeitskollegen führt grundsätzlich nicht zu einem Haftungsanspruch des Verletzten. Die Unfallversicherung fordert in diesen Fällen in der Regel keine Leistungen von dem Verursacher zurück. Das gilt nicht für betriebsfremde Personen, etwa wenn die Verletzung durch einen Autounfall auf dem Heimweg verursacht wird.

Von der Unfallversicherung werden alle Leistungen erbracht, die für die Behandlung der Verletzung oder Erkrankung erforderlich sind. Deshalb gehen die Leistungsansprüche gegenüber der Unfallversicherung deutlich über die der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Ist die Unfallversicherung leistungspflichtig, so entfällt die Leistung der Krankenkasse.

Neben der ambulanten und stationären Behandlung, Rehabilitationsmaßnahmen, Heil- und Hilfsmitteln und anderen Leistungen zahlt die Unfallversicherung bei einer dauerhaften Erwerbsminderung aufgrund des Unfalls oder der Berufskrankheit auch eine Unfallrente. Die Höhe richtet sich nach dem vorherigen Einkommen und dem Grad der Erwerbsminderung. Ist der Versicherte durch Unfall oder Berufskrankheit verstorben, werden Renten an die Hinterbliebenen (Witwen, Witwer, Waisen) gezahlt.

Eine weitere Aufgabe der Unfallversicherung ist die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Die Versicherungsträger machen den Unternehmen deshalb Vorgaben in Form von Unfallverhütungsvorschriften. Die Einhaltung wird kontrolliert und bei Verstößen können Bußgelder verhängt werden.

Das Besondere an der gesetzlichen Unfallversicherung: Die Beiträge werden ausschließlich durch die Arbeitgeber und – soweit sie dort versichert sind – Selbstständige aufgebracht.

Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Die neun gewerblichen Berufsgenossenschaften sind nach Branchen gegliedert. Die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand gliedern sich in 19 Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände sowie vier Feuerwehr-Unfallkassen und der Unfallversicherung Bund und Bahn.


Um auf die weiteren Seiteninhalte Zugriff zu erhalten, melden Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten an oder nutzen Sie unseren vierwöchigen Gratistest.

Die vorangegangenen Themen der Woche finden Sie in unserem:
Archiv - Thema der Woche