Thema der Woche

27.03.2017

Haushaltsscheckverfahren

Geringfügige Beschäftigungen sollten eigentlich für den Arbeitgeber ganz einfach zu handeln sein. Sind sie aber nicht, zumindest nicht für jemanden ohne jedwede Vorkenntnisse. Das war unter anderem einer der Gründe, weshalb Arbeitskräfte in privaten Haushalten häufig nicht ordnungsgemäß angemeldet waren.

Um dem abzuhelfen und die bisherige Schwarzarbeit im Haushalt zu legalisieren, hat der Gesetzgeber das sog. Haushaltsscheckverfahren eingeführt. Zuständig für das Verfahren ist - wie auch bei anderen geringfügig Beschäftigten - die Minijobzentrale bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Der Privathaushalt hat nur einen einzigen Ansprechpartner, der zudem die notwendigen Meldungen zur Rentenversicherung erstellt und sich zugleich um die gesetzliche Unfallversicherung kümmert. Der Arbeitgeber meldet den Beschäftigten mit einem Vordruck bei der Minijobzentrale an und später ggf. wieder ab. Auch Änderungen, etwa beim Gehalt, werden mit Vordruck an die Minijobzentrale gemeldet. Diese berechnet anhand der Angaben die zu zahlenden Abgaben und zieht den Betrag ein. Besonderheit: Voraussetzung für die Teilnahme am Haushaltsscheckverfahren ist die Erteilung einer Einzugsermächtigung (SEPA-Mandat). Die Beiträge werden dann zweimal jährlich abgebucht und zwar am 31. Juli für das erste Halbjahr und am 31. Januar des Folgejahres für die zweite Jahreshälfte (des Vorjahres).

Unterschiedlich sind die im Gesetz festgelegten Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung. Während bei einem "normalen" Arbeitgeber für Minijobber 13 % Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung und 15 % zur Rentenversicherung fällig werden, erhebt man beim Haushaltsscheck nur jeweils 5 %. Die pauschale Lohnsteuer von 2 % ist einheitlich.

Während der private Haushalt als Arbeitgeber spart, muss der Beschäftigte in der Rentenversicherung die Differenz bis zum allgemeinen Beitragssatz i.H.v. 18,7 % zahlen - wenn er sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt. Bei einem Entgelt von 400,00 EUR muss der Beschäftigte im Privathaushalt einen Eigenanteil zur Rentenversicherung i.H.v. 54,80 EUR monatlich leisten, der "normale" Minijobber hingegen lediglich 14,80 EUR. Deshalb ist die Zahl der Rentenversicherungspflichtigen im Haushalt außerordentlich gering.

Neben den Pauschalbeiträgen von jeweils 5 % und der Lohnsteuer von 2 %, muss der Arbeitgeber auch im Haushaltsscheckverfahren noch die Umlagen zur Entgeltfortzahlungsversicherung U1 (0,9 %) und U2 (0,3 %) entrichten. Die Insolvenzgeldumlage entfällt bei Privathaushalten. Hinzu kommt noch die Unfallversicherung mit 1,6 %, die bei diesem Verfahren ausnahmsweise auch von der Minijobzentrale im Auftrag der Unfallversicherung berechnet und eingezogen wird.

Der besondere Vorteil für den Arbeitgeber liegt neben der einfachen Handhabung darin, dass er die Kosten für die Haushaltshilfe steuerlich geltend machen kann. Die Aufwendungen, einschließlich der Beiträge, werden zu 20 % direkt von der zu zahlenden Einkommensteuer abgezogen. Allerdings gibt es einen Höchstbetrag von 510,00 EUR Ersparnis im Jahr.

Rund 300.000 Haushaltshilfen sind derzeit bei der Minijobzentrale angemeldet.


Um auf die weiteren Seiteninhalte Zugriff zu erhalten, melden Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten an oder nutzen Sie unseren vierwöchigen Gratistest.

Die vorangegangenen Themen der Woche finden Sie in unserem:
Archiv - Thema der Woche