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05.05.2014

Ultraschall erleichtert Diagnose von Prostatakrebs

Eine computergestützte Ultraschallanalyse kann Männern bei Verdacht auf Prostatakrebs viele schmerzhafte Gewebeentnahmen ersparen und eine gesichertere Diagnose ermöglichen.

Erhöhte Werte des prostataspezifischen Antigens (PSA) können Ärzte auf gut- oder bösartige Veränderungen in der Vorsteherdrüse (Prostata) ihrer männlichen Patienten aufmerksam machen. Um zu klären, ob tatsächlich ein bösartiger Tumor in der Prostata wächst, entnehmen die Mediziner in der Regel zehn bis zwölf Gewebeproben. Diese werden anschließend vom Pathologen auf Krebszellen untersucht. Für gute Heilungschancen ist entscheidend, dass das Karzinom möglichst früh erkannt und Aggressivität und Tumorstadium exakt bestimmt werden.

Gewebeentnahmen mit einem Lotteriespiel vergleichbar

Die bislang üblichen Gewebeentnahmen bei Verdacht auf Prostatakrebs erfolgen nach einem systematischen räumlichen Schema. Dass jedoch hierbei der Tumor in seiner größten Ausdehnung und an der Stelle mit der größten Aggressivität getroffen wird, entspreche einem Hauptgewinn im Lotto. Schlimmstenfalls werde ein großer Tumor bei der Biopsie nur am Rand getroffen und fälschlicherweise nur als kleine Geschwulst eingeschätzt.

So beschreibt Professor Dr. Tillmann Loch, Chefarzt der Urologischen Klinik am Universitätslehrkrankenhaus DIAKO in Flensburg und Leiter der Sektion Urologie bei der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), das Problem, das dieser Vorgehensweise innewohnt.

Ausweg: Eingrenzen der verdächtigen Region mittels Ultraschall

Auf Zufallstreffer müsse man sich heute bei der Diagnose des Prostatakarzinoms nicht mehr verlassen, so die hoffnungsvolle Botschaft des Experten. Mittels einer Ultraschalluntersuchung über den Enddarm sei es möglich, die Region, in der sich der Krebs verstecken könnte, gezielt einzugrenzen.

Die Ergebnisse dieser sogenannten transrektalen Ultraschalluntersuchung (TRUS) könnten mittels einer computergestützten Analyse ausgewertet werden. Bei dieser "Artifiziellen Neuronalen NetzwerkAnalyse" (ANNA/C-TRUS) würden die aktuellen Ultraschallbilder mit Befunden bereits erkannter Prostatakarzinome aus einer Datenbank verglichen.

Finden sich auf den neuen Ultraschallbildern Ähnlichkeiten mit einem bereits diagnostizieren Tumor, würden diese von dem Programm markiert. Krebsverdächtige Areale könnten dann gezielt überprüft und Gewebeproben an der Stelle der größten Ausdehnung und höchsten Aggressivität des Tumors entnommen werden. Durch diese Methode werde die Diagnose sicherer und zudem noch die Anzahl der für den Patienten schmerzhaften Stanzbiopsien gesenkt.

Urologen können die Datenbank online nutzen

Urologen könnten dieses Verfahren mittlerweile auch online nutzen, so Loch, der dieses Verfahren entwickelt hat. Sie benötigten dazu ein Ultraschallgerät, das Bilder digital speichern kann. Diese Aufnahmen müssten an das Analysezentrum in Flensburg übermittelt werden, wo der Computer die verdächtigen Regionen ermittle. Die Ergebnisse gingen dann digital an die Ärzte zurück.

Wenn Patienten mit einem positiven PSA-Test die Treffsicherheit der Biopsie nicht mehr oder weniger dem Zufall überlassen wollten, sollten sie einen Urologen mit Ultraschallqualifikation konsultieren, rät Loch.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Petra Gäbel.