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24.07.2019

Fachkräfte zieht es eher in die Stadt als aufs Land

Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) müssen sich mit dem Fachkräftemangel auseinandersetzen. Auf dem Land sind die Herausforderungen jedoch um einiges größer als in Großstädten, wie eine Analyse von Dr. Arne Leifels von der KfW zeigt. Das hat mehrere Gründe. So ziehen Ballungszentren aufgrund ihrer Attraktivität beispielsweise mehr Pendler und Neubürger an.

"Bei den Rekrutierungsproblemen gibt es deutliche Stadt-Land-Unterschiede", schreibt Leifels. Dem KfW-Mittelstandspanel zufolge erwarten mehr als die Hälfte der rekrutierenden KMU mit Sitz in kreisfreien Großstädten Schwierigkeiten. Bei Unternehmen mit Sitz in Landkreisen liegt die Quote jedoch bei 70 Prozent.

Zwar unterscheidet sich die Branchenstruktur von Großstädten und Landkreisen und trägt zu dem Befund bei. Trotzdem bleiben die Unterschiede auch unter Berücksichtigung dieses Aspekts bestehen. KMU in größeren Städten hätten unter anderem einen geografischen Standortvorteil, da diese für viele Arbeitnehmer attraktiver seien.

So zögen großstädtische Unternehmen etwa häufiger Arbeitnehmer aus anderen Regionen an. 44 Prozent der KMU in Großstädten haben Pendler in der Belegschaft, aber nur 26 Prozent der KMU in den Landkreisen. "Auch berufsbedingte Umzüge gehen öfter in Richtung Stadt", heißt es bei der KfW weiter. Hinzu kommt, dass sich KMU in kreisfreien Großstädten intensiver um Fachkräfte aus anderen Regionen bemühen.

Lockmittel setzen hingegen beide Gruppen ein: 44 Prozent werben mit flexiblen Arbeitsbedingungen, sogar 54 Prozent bieten finanzielle Zusatzleistungen. 31 Prozent beteiligen sich an den Umzugskosten. Hilfestellung bei der Suche nach einer Wohnung, einem Kitaplatz oder einer Arbeitsstelle für Familienangehörige bieten wiederum städtische KMU häufiger an. Der Autor begründet dies damit, dass das Wohnungs- und Betreuungsangebot in Großstädten meist knapper ist.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.