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26.07.2019

Mehr Transparenz für faire Entgeltstrukturen

Bundesfrauenministerin Giffey hat den Bericht der Bundesregierung zur Wirksamkeit des Gesetzes zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern sowie zum Stand der Umsetzung des Entgeltgleichheitsgebots in Betrieben mit weniger als 200 Beschäftigten vorgelegt.

Die Bundesregierung erfüllt mit dem Bericht zum sogenannten "Entgelttransparenzgesetz" ihren in § 23 festgelegten Auftrag, eine regelmäßige Evaluierung hinsichtlich der Wirksamkeit durchzuführen. Erstmals evaluiert wurde zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes, das den individuellen Auskunftsanspruch, Berichtspflichten sowie die Aufforderung an Arbeitgeber zur Durchführung betrieblicher Prüfverfahren vorschreibt, um fehlende Transparenz in betrieblichen Entgeltstrukturen effektiv bekämpfen zu können.

Nach Angaben der Bundesregierung erfordern die Ergebnisse des Evaluationsgutachtens eine durchaus differenzierte Betrachtung: Einerseits werde der Auskunftsanspruch bisher relativ wenig genutzt, andererseits hätten bereits zahlreiche Unternehmen ihre Entgeltstrukturen im Sinne des Gesetzes überprüft.

"Das Entgelttransparenzgesetz hat das Tabu ,Über Geld spricht man nicht' in Deutschland gebrochen. Mit dem Gesetz sind faire betriebliche Entgeltstrukturen zu einem breit diskutierten Thema geworden. Viele Unternehmen haben verstanden, dass sie gleiche Löhne und gleiche Chancen für Frauen und Männer gewährleisten müssen, wenn sie im Wettbewerb um die besten Fachkräfte ein attraktiver Arbeitgeber sein wollen", so das Resümee der Ministerin. "Die erste Überprüfung des Gesetzes zeigt, es war ein erster wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz. Aber sie liefert auch Hinweise, an welchen Stellschrauben wir noch drehen müssen. Vor allem die einzelnen Instrumente müssen bekannter werden. Da müssen wir ran und besser werden - nach der Devise: einfacher, wirksamer, breiter. Gemeinsam mit der Fachöffentlichkeit und den Sozialpartnern wird das Bundesfamilienministerium die Empfehlungen des Gutachtens nun prüfen und weitere Schritte diskutieren."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.