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29.07.2019

Arbeitgeber tragen bei Hitze besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter

Was am Strand noch erträglich ist, kann am Arbeitsplatz zur Belastung werden. Olaf Dreßen von der Rechtsberatung der Interessengemeinschaft Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) erklärt, welche Pflichten Arbeitgeber bei hohen Temperaturen haben und was Arbeitnehmer einfordern können.

Einen Rechtsanspruch auf "Hitzefrei" gibt es am Arbeitsplatz nicht. Vielmehr liegt die Zumutbarkeitsgrenze für Arbeitnehmer Dreßen zufolge hoch: "Insoweit müssen auch heiße Sommertage im Büro ertragen werden." Was zu viel ist, ist jedoch zu viel. Beträgt die Raumtemperatur dauerhaft über 26 Grad Celsius, muss der Arbeitgeber Maßnahmen zum Schutz vor Sonneneinstrahlung ergreifen. Das ergebe sich aus der Arbeitsstättenverordnung und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten.

Steigt die Temperatur auf über 30 Grad, müssen mittels einer Gefährdungsbeurteilung weitere Maßnahmen umgesetzt werden, damit die Belastung durch die Hitze reduziert werden kann. Es liegt jedoch im Ermessen des Arbeitgebers, welche Maßnahmen erforderlich sind. Optionen sind beispielsweise eine stärkere Belüftung, das Abschalten von technischen Wärmequellen, Maßnahmen zur Nachtauskühlung, die Lockerung der Kleidungsvorschriften und das Bereitstellen von Getränken.

Klettert das Thermometer in den Räumen über 35 Grad, sind sie nicht mehr als Arbeitsplätze geeignet, so der Rechtsexperte. Dann hat der Arbeitgeber zwingend technische Maßnahmen zum Arbeitsschutz zu ergreifen. Allerdings dürfen Arbeitnehmer auch in solchen Fällen den Arbeitsplatz nicht einfach verlassen, da dies ein Grund zur Abmahnung sein kann. Haben sie aufgrund der Hitze mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, sollten sie ihren Vorgesetzten aber darüber informieren und um Abkühlung bitten. Kommt er dem Ansinnen nicht nach, darf die Arbeitsleistung verweigert werden.

Abseits aller Vorschriften empfehlen sich einvernehmliche Lösungen, betont Dreßen. Dazu können die Verlagerung der Arbeitszeit in kühlere Stunden oder technische Hilfsmittel wie Ventilatoren zählen. Werden private Geräte genutzt, muss vorher aber das Einverständnis des Arbeitgebers eingeholt werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.