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30.07.2019

Controlling hinkt bei der Digitalisierung noch hinterher

Controller sind oftmals ausgewiesene Zahlenmenschen. Insofern ist es zunächst etwas verwunderlich, dass die Digitalisierung in diesem Bereich erst jetzt an Schwung gewinnt. Das geht aus einer Umfrage der Beratung EY hervor. Derzeit sind vor allem interaktive Reporting-Tools verbreitet, doch wird mit einem starken Nutzungsanstieg weiterer Technologien in den kommenden Jahren gerechnet.

Insgesamt hat EY 280 Controlling-Leiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Danach beschäftigen sich zwar 65 Prozent der deutschen Unternehmen intensiv mit der Digitalisierung im Controlling. Allerdings sehen nur zehn Prozent von ihnen den Prozess als weit oder sehr weit fortgeschritten an. "Digitalisierungsverweigerer" sind aber praktisch nicht mehr anzutreffen. Nur 3,5 Prozent der Unternehmen geben an, sich selten oder gar nicht mit diesem Thema zu beschäftigen. Andererseits berichteten nur neun Prozent der deutschen Controlling-Leiter, sehr intensiv in der digitalen Transformation des Gesamtunternehmens eingebunden zu sein.

Hauptziele der Digitalisierung sind kürzere Reaktionszeiten und mehr Automatisierung in den Prozessen, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Auch Qualitätssteigerungen und eine verbesserte Unternehmenssteuerung waren für jeweils mehr als 80 Prozent gewichtige Argumente. Derzeit nutzen bereits 58 Prozent interaktive Reporting-Tools. Für die nächsten zwei bis drei Jahre wird aber auch mit einer wachsenden Bedeutung von Advanced und Predictive Analytics (vorausschauende Analyse) gerechnet.

"Neben den eingesetzten Technologien und den Hauptprozessen des Controllings wird auch ein starker Wandel der Rollen im Controlling vollzogen", berichtet Mirko Waniczek von EY. Von Controllern und Managern sei jetzt ein proaktives Vorgehen notwendig, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.