Aktuelle Nachrichten

05.08.2019

Gender Pay Gap zeigt sich bereits bei den Erwartungen an das Einstiegsgehalt

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis verdienten Frauen im vergangenen Jahr 21 Prozent weniger als Männer. Wie die Beratung McKinsey berichtet, spiegelt sich dieser Gender Pay Gap bereits bei den Erwartungen der Studierenden wider: Frauen rechnen demnach mit einem rund 12.000 Euro niedrigeren Jahresgehalt beim Berufseinstieg als Männer. Der Abstand wird größer anstatt kleiner.

Insgesamt haben McKinsey und das Karrierenetzwerk E-Fellows mehr als 7.000 Top-Talente, also Studierende, Absolventen und Berufsneulinge mit besonders guten Ergebnissen, befragt. Demnach gehen Männer bei ihrem Berufseinstieg von einem Jahresgehalt von 62.000 Euro aus, Frauen erwarten dagegen nur 50.000 Euro. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist die Lücke in Bezug auf das erwartete Einstiegsgehalt von 13,5 auf 19,4 Prozent gestiegen.

Beide Geschlechter sind bereit, dafür einiges zu leisten. Für ein hohes Einkommen würden Studenten der Befragung zufolge mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, Studentinnen ziehen ihre Grenze bei 44 Stunden. Die Bereitschaft zu Extraschichten sank in beiden Gruppen seit 2015 um drei Stunden.

Die Männer sind beim Gehalt risikofreudiger, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. 61 Prozent von ihnen bevorzugen eine leistungs- und erfolgsabhängige außertarifliche Vergütung, bei den Frauen sind es nur 33 Prozent. Zudem wollen 75 Prozent der männlichen Absolventen in eine hohe Führungsposition mit umfassender Verantwortung aufsteigen, aber nur 56 Prozent der befragten Frauen.

Bei der Wahl des Arbeitgebers stimmen die Geschlechter wiederum überein: Der gute Ruf des Arbeitgebers und der Branche sind ausnahmslos allen Befragten wichtig. Männer wünschen sich zudem attraktive Produkte und Dienstleistungen sowie herausfordernde Aufgaben. Die stehen auch bei den Frauen auf dem Wunschzettel - neben einer guten Unternehmenskultur und Nachhaltigkeits-Aspekten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.