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23.08.2019

Stellenbörsen beschweren sich bei der EU über Google for Jobs

Mitte März dieses Jahres wurde Google for Jobs auch in Deutschland eingeführt, nachdem das Feature bereits seit 2017 in den USA und später auch in einigen anderen Ländern zur Verfügung stand. Jetzt kommt hierzulande Protest auf: Mehrere Jobbörsen werfen Google unfaire Praktiken vor.

Google for Jobs trägt Jobangebote von Plattformen und Unternehmensseiten zusammen und präsentiert sie an prominenter Stelle in den Suchergebnissen. Wer die Guidelines für die Formatierung von Stellenangeboten befolgt, hat bessere Chancen, auf der Seite des US-amerikanischen Suchmaschinen- betreibers gut gerankt zu werden.

Bereits im Juni hatte die Jobbörse Stepstone bei Klicks, die von Google kommen, einen Rückgang beklagt. Ein Unternehmenssprecher, so die Presseagentur Reuters, sagte, dass es damals mit anderen Marketingmaßnahmen oder Social Media möglich gewesen sei, dies zu kompensieren. Stepstone kritisierte, Google würde seine Marktmacht wettbewerbswidrig missbrauchen und die eigene Job-Anzeige in den Suchergebnissen bevorzugt platzieren.

23 Jobbörsen kritisieren unfaire Praktiken

Wie Reuters kürzlich berichtete, haben nun 23 Jobbörsen einen Brief an die EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager, geschrieben, in dem sie fordern, "unfaire Praktiken" bei der Anzeige der Jobinserate zu untersagen, solange noch wettbewerbsrechtliche Untersuchungen gegen Google laufen. Laut der Nachrichtenagentur könnten weitere formelle Beschwerden folgen, falls Vestager den Forderungen nicht nachkommt. Die EU-Kommissarin ist nur noch bis Ende Oktober im Amt, Reuters teilt jedoch mit, erfahren zu haben, dass sie eine "intensive" Übergabe vorbereite, damit das Anliegen nach ihrer Amtszeit nicht ad acta gelegt wird.

Wer koopereriert, steht offenbar besser da

Vor dem Launch von Google Jobs in Deutschland hat der Suchmaschinenbetreiber nach eigenen Angaben eng mit einigen Jobbörsen und Karrierenetzwerken zusammengearbeitet, unter anderem mit Monster, Stellenmärkten verschiedener Zeitungen sowie mit Xing und LinkedIn. Manche Stellenportale haben sich den Anforderungen angepasst und ihre Seiten demgemäß überarbeitet, darunter auch Monster. Daraufhin, so Monster-CEO Scott Gutz gegenüber Reuters, sei das Portal im Ranking wieder aufgestiegen, nachdem es jahrelang aufgrund schlechter Platzierung Nutzer verloren habe.

Google selbst bleibt bislang offenbar cool. Wie Reuters berichtet, erwiderte Nick Zakrasek, Senior Product Manager bei Google, auf die Kritik, dass sich auch Konkurrenten das das Feature nutzbar machen könnten. Laut der Nachrichtenagentur gehen Branchenkenner davon aus, dass Google zukünftig Anzeigen auch im Job-Tool verkaufen wird. Damit könne das Unternehmen "Milliarden Dollar" an seinen Konkurrenten verdienen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Ute Wolter.