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30.09.2019

Fachkräftemangel: Unternehmen müssen noch aktiver werden

Ist der Fachkräftemangel Mythos oder Realität? Die Antwort, die eine Befragung von 1.000 Führungskräften aus deutschen Unternehmen liefert, lautet: Es kommt darauf an. Zwar bleiben viele Vakanzen länger unbesetzt und die Belastung der angestellten Mitarbeiter steigt. Trotzdem wird dies nicht als flächendeckendes Phänomen wahrgenommen. Unternehmen sollten die Entwicklung aber ernster nehmen.

42 Prozent der vom Personaldienstleister Hays befragten Führungskräfte beklagten, dass sie neue Stellen derzeit nicht optimal besetzen können. Mit 41 Prozent haben fast ebenso viele bemerkt, dass dies mit einer wachsenden Belastung der bereits angestellten Mitarbeiter einhergeht. 21 Prozent führen sogar sinkende Umsätze auf den Fachkräftemangel zurück.

"Je mehr es um das unmittelbare Arbeitsumfeld geht, umso weniger dramatisch bewerten sie den Fachkräftemangel", heißt es jedoch in der Studie weiter. 40 Prozent sehen ihn auf einzelne Branchen und 44 Prozent auf einzelne Tätigkeitsfelder beschränkt.

Bei der Frage nach den zentralen Ursachen wurden sowohl externe als auch interne Einflussfaktoren häufig genannt. So spielte für 53 Prozent der demografische Wandel eine Rolle, für 50 Prozent die Trägheit der Bildungssysteme. Als wichtigste Handlungsfelder innerhalb der Unternehmen nannten 54 Prozent das Arbeiten an ihrer Arbeitgeberattraktivität. 49 Prozent hielten die strategische Planung ihres Personalbedarfs für wichtig, 48 Prozent die Rekrutierung und Nachwuchsförderung.

Hier gibt es offenbar aber noch viel Nachholbedarf. Nur jeder vierte Befragte sah sein Unternehmen auf diesen Feldern gut gewappnet. Sieben von zehn Befragten schätzten die Umsetzung in diesen Bereichen dagegen als verbesserungswürdig oder mangelhaft ein. "Es hilft nicht, wenn Unternehmen den demografischen Wandel und das Bildungssystem vorschieben", kommentiert Christoph Niewerth von Hays die Ergebnisse. Vielmehr sollten sie aktiv mit dem Fachkräftemangel umgehen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.