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01.10.2019

Digitalisierung hilft, aber weniger als zunächst erhofft

Die Deutschen gehen vergleichsweise gelassen mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Berufswelt um - zumindest gelassener, als es manche öffentlichen Diskussionen vermuten ließen. Darauf deutet eine bevölkerungsrepräsentative Studie der Manpower Group hin. Demnach glaubt eine Mehrheit eher an positive Effekte, bewertet diese aber weniger überschwänglich als noch vor einem Jahr.

Insgesamt gingen 72 Prozent der 1.004 Befragten davon aus, dass die Digitalisierung ihre Jobs verändert. Sie wird dabei hauptsächlich als Helfer angesehen, der bei der Arbeit unterstützt und den Austausch mit Kollegen verbessert. Aber nicht von jedem: Immerhin 16 Prozent fühlen sich unter Druck gesetzt, genauso schnell und fehlerfrei arbeiten zu müssen wie ein Roboter. 14 Prozent befürchten, dass im Zuge der Digitalisierung Jobs abgebaut werden, während sich um Datenschutz und IT-Sicherheit 13 Prozent Sorgen machen.

Alles in allem hat die Euphorie aber auch bei den Befürwortern der neuen Technologien nachgelassen. Glaubten 2018 beispielsweise noch 31 Prozent der befragten Berufstätigen, dass der Austausch mit Kollegen durch sie einfacher werde, sind es jetzt nur noch 28 Prozent. 19 Prozent erhofften sich vor Jahresfrist, künftig weniger stupide Tätigkeiten ausführen zu müssen - mittlerweile sind es nur noch 16 Prozent.

"Apps, Collaboration-Tools, E-Learning und andere Innovationen können den Arbeitsalltag erleichtern", sagt Frits Scholte von der Manpower Group Deutschland. Richtig eingesetzt verbesserten sie den Austausch zwischen den Kollegen, das Wissensmanagement und beschleunigten wiederkehrende Aufgaben. "Allerdings muss man realistisch sein: Wunder können die Tools nicht vollbringen."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.