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02.10.2019

Auch die Kompetenzmessung wird zunehmend digital

Kompetenzmessungen spielen sowohl bei Einstellungen als auch in Ausbildungen eine große Rolle. Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in einer Überblicksstudie herausgefunden hat, finden sie zunehmend auf digitalem Wege statt. Die Entwicklung der Testverfahren sei zwar zunächst aufwendig, doch böten sie in der Praxis sehr viele Vorteile.

Insgesamt sichteten die Autoren knapp 2.300 Veröffentlichungen zum Thema aus den Jahren 2001 bis 2017. In die Studie wurden schließlich 58 von ihnen einbezogen - mit dem Ergebnis, dass sich bei der Messung von Kompetenzen bei Auszubildenden ein klarer Trend hin zu computerbasierten Testinstrumenten zeigt.

Demnach liegen vor allem für die Ausbildungsberufe Industriekaufmann/-frau, Kfz-Mechatroniker/-in und Medizinische/-r Fachangestellte/-r bereits Tests zur Kompetenzmessung vor. Sie weisen meist einen hohen Standardisierungsgrad auf und nehmen hauptsächlich die fachlichen Kompetenzen in den Blick. Weniger im Mittelpunkt stehen allgemeine Fähigkeiten wie Lese- und Mathematik- oder sozial-kommunikative Kompetenzen.

Die Entwicklung solcher digitaler Testverfahren binde zwar Ressourcen, doch zahle sich ihr Einsatz in der Praxis mehrfach aus. So böte sich die Möglichkeit, Prüfungen für eine große Anzahl von Auszubildenden auf der Grundlage gleicher Standards durchzuführen, heißt es beim BIBB weiter. Als Lehr- und Lerninstrumente könnten computerbasierte Kompetenztests die Ausbildungspraxis ergänzen und unterstützen sowie konkrete Förderbedarfe von Auszubildenden im Kompetenzerwerb identifizieren. Daher sollten sie auf weitere Berufsfelder ausgeweitet werden. Vor einem Transfer in die Breite seien aber noch zusätzliche Validierungen und Erprobungen in der Praxis notwendig.

Die Studie ist Teil der Initiative ASCOT+ des Bundesbildungsministeriums. Sie hat das Ziel, digitale Lern- und Messinstrumente für ausgewählte Kompetenzen von Auszubildenden zu entwickeln und für den flächendeckenden Einsatz in der Ausbildungspraxis zu erproben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.