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11.10.2019

Führend beim Thema Weiterbildung: Frauen mit Migrationshintergrund der zweiten Generation

Beschäftigte mit Migrationshintergrund nutzen im Durchschnitt seltener die Möglichkeit beruflicher Weiterbildung als Beschäftigte ohne Migrationshintergrund. Das gilt jedoch nur für selbst Zugewanderte.

Anders sieht es bei beschäftigten Frauen mit Migrationshintergrund aus, die bereits der zweiten Generation angehören: Ihre Teilnahmequote ist überdurchschnittlich hoch und sogar höher als die von Frauen oder Männern ohne Migrationshintergrund. Dies geht aus einer kürzlich publizierten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Von 2013 bis 2015 entschieden sich laut Erhebung 31 Prozent der Beschäftigten ohne Migrationshintergrund für die Teilnahme an mindestens einer beruflichen Weiterbildung. Im gleichen Zeitraum habe die Teilnahme der selbst Zugewanderten lediglich bei 20 Prozent gelegen. Beschäftigte mit mindestens einem zugewanderten Elternteil hätten allerdings eine 33-prozentige Teilnehmerquote erreicht.

Die mit 35 Prozent höchste Teilnahmequote verzeichnen, so die Studie, beschäftigte Frauen mit Migrationshintergrund der zweiten Generation. Diese Personengruppe verfüge zu 95 Prozent über einen beruflichen oder hochschulischen Bildungsabschluss und arbeite "vergleichsweise häufig in qualifizierten oder hochqualifizierten Angestelltenpositionen". Oft seien dies Bereiche, die sich durch hohe Weiterbildungsquoten auszeichnen, beispielsweise Öffentlicher Dienst oder Erziehung und Gesundheit. "Damit weisen sie solche Faktoren auf, die die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung begünstigen", erläutern die Studienmacher des IAB.

Demgegenüber erkläre sich die niedrigere Weiterbildungsteilnahme der selbst Zugewanderten mit einer vergleichsweise häufigen Tätigkeit als ungelernte oder angelernte Arbeitskräfte. "Anstrengungen, die Teilhabe an beruflicher Weiterbildung zu intensivieren, sollten sich von daher vor allem auf die selbst Eingewanderten der ersten Generation und hier vor allem auf diejenigen mit bislang geringer Qualifikation beziehen", so ein Fazit der Studie. "Neben der Weiterbildung sollte ein besonderes Augenmerk auch auf die berufliche Erstausbildung der Neueingewanderten beziehungsweise deren Anerkennung gerichtet werden, da diese Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist und weitere Bildungsaktivitäten während des Erwerbslebens nach sich ziehen kann".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.