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14.10.2019

Fachkräftemangel und Demografie dürfte zu steigenden Löhnen führen

Angebot und Nachfrage regulieren auf dem Markt in der Regel den Preis. Obwohl die Arbeitslosenzahlen weltweit sinken, führt dies derzeit jedoch nicht zu steigenden Löhnen, berichtet der Personaldienstleister Hays in seinem neuen Global Skills Index. Aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung steige jedoch in Deutschland die Wahrscheinlichkeit eines Lohnanstiegs.

Für die Studie wurden die Arbeitsmärkte von insgesamt 34 Ländern anhand von sieben Indikatoren analysiert. Weltweit haben sich die Bedingungen für hochqualifizierte Arbeitskräfte auf den Märkten demnach kaum verändert. Der Indikator, der den Fachkräftemangel bemisst, stieg binnen eines Jahres zwar nur geringfügig von 6,6 auf 6,7, erklomm damit aber einen neuen Rekordwert seit seiner Einführung 2012. Ein Hauptfaktor dafür ist die zunehmende technologische Entwicklung. Sie macht es Unternehmen schwerer, freie Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen.

Der deutsche Arbeitsmarkt steht im Vergleich zu anderen Ländern stärker unter Spannung, heißt es in der Studie weiter: "Dafür zeichnen vor allem der hohe Lohndruck bei Branchen und Berufen mit hohen Qualifikationsniveaus sowie der unflexible Arbeitsmarkt verantwortlich." Die Anzahl an unbesetzten Stellen befinde sich seit Beginn des Fachkräftemangels 2006 auf ihrem Höchststand.

Unternehmen müssten ihre Mitarbeiter durch Schulungen und gezielte Weiterbildungen auf die anstehende Automatisierung und zunehmende Digitalisierung vorbereiten, rät Hays. Vor allem an Menschen gebundene Kompetenzen, die nicht automatisiert werden können, sollten ausgebaut werden.

Mittelfristig bleibe die demografische Entwicklung aber ungünstig. Selbst die Zuwanderung könne allen Erwartungen nach einen Rückgang der Anzahl an Erwerbstätigen ab 2020 nicht verhindern. Als besonders gefragte Berufsprofile werden Software-Entwickler, Integrator IT Security Specialists, IT-Berater, Projektmanager und Business-Analysten genannt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.