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15.10.2019

Betriebliche Ausbildung wird zur kollektiven Kraftanstrengung

Kleinstbetriebe können mittlerweile fast 40 Prozent ihrer Ausbildungsstellen nicht mehr besetzen. Gleichzeitig fanden im vergangenen Jahr fast 24.000 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat diese Passungsprobleme unter die Lupe genommen und dabei vor allem die Herausforderungen der betrieblichen Ausbildung analysiert.

Zur Entwicklung tragen demnach mehrere Faktoren bei. So bildeten 2018 insgesamt 29 Prozent aller Betriebe in Deutschland aus - und damit drei Prozentpunkte weniger als 2008. Die Anzahl der Betriebe ohne Ausbildungsberechtigung ist im gleichen Zeitraum um fünf Prozentpunkte auf 46 Prozent gestiegen. Bei den Kleinstbetrieben hatte mehr als die Hälfte keine Ausbildungsberechtigung. Nicht einmal jeder fünfte von ihnen bildete aus, während dies bei den Großbetrieben mit mehr als 250 Beschäftigten 86 Prozent taten.

Gleichwohl scheint der Rückgang der Ausbildungsbeteiligung der Kleinstbetriebe seit 2015 zumindest gestoppt zu sein. Sogar ein leichter Anstieg ist seitdem zu verzeichnen. Insbesondere kleinere Betriebe bilden indes oftmals nicht laufend aus, weil sie nicht immer Bedarf an Nachwuchskräften haben, heißt es beim IAB weiter. Insgesamt sei ein Großteil der ausbildungsberechtigen Betriebe nicht ausbildungsabstinent, sondern beteilige sich in gewissen Zeitabständen an der beruflichen Ausbildung.

Manche der Kleinbetriebe wollen, können aber nicht ausbilden: 2018 konnte jede vierte Ausbildungsstelle nicht besetzt werden. Der Anteil hat sich seit 2008 verdoppelt. Bei den Kleinstbetrieben war zwar ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Trotzdem blieben dort fast vier von zehn angebotenen Ausbildungsplätzen unbesetzt.

Die Autoren schlussfolgern, dass Betriebe nicht umhinkommen werden, sich "künftig auch die Potenziale bildungsschwächerer Jugendlicher besser zu erschließen". Vor allem im ländlichen Raum erwiesen sich unter anderem auch häufig fehlende Verkehrsanbindungen zu Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen als Hindernis. Generell ließen sich die Probleme nur lösen, wenn alle beteiligten Akteure wie Schulen, Betriebe, Bundesagentur für Arbeit und Kommunen enger als bisher zusammenarbeiten würden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.