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17.10.2019

Persönlichkeitsrecht beim Werben mit Mitarbeiterfotos beachten

Kundennah und persönlich - so wollen sich viele Unternehmen auf ihren Internet-Seiten präsentieren. Wer dabei allerdings mit Fotos von Mitarbeitern werben will, braucht eine Rechtsgrundlage. In den meisten Fällen ist dies die Einwilligung der betroffenen Personen. Darauf weist das Infocenter der R+V Versicherung hin. Ausnahmen können gelten, wenn die Fotos notwendiger Bestandteil des Jobs sind.

Beschäftigte haben ein Recht darauf, dass ihre persönlichen Daten geschützt werden, erklärt Jurist Sascha Nuß von der R+V: "Das Interesse eines Unternehmens, sich selbst mit Bildern von Mitarbeitern im Internet zu präsentieren, findet seine Grenze im allgemeinen Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter." Veröffentliche es Fotos ohne ihre Einwilligung, sei das in der Regel rechtswidrig. Darüber hinaus müsse der Arbeitgeber die Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Einwilligung "klar und deutlich" informieren, wofür er die Fotos verwenden möchte und wo genau sie veröffentlicht werden.

Es gibt aber Ausnahmen. So kann es zum Beispiel sein, dass die Veröffentlichung des Bildes zum Job gehört: "Ein Automechaniker braucht sicher nicht mit Bild auf der Firmenwebseite vorgestellt werden, wenn er das nicht möchte. Bei einem Fotomodell sieht die Sache jedoch unter Umständen anders aus", so Nuß weiter. Dabei spiele auch der Aspekt eine Rolle, ob die Mitarbeiter für die Fotos entlohnt wurden: "Falls ja, kann der Arbeitgeber normalerweise von einer Einwilligung ausgehen."

Das Recht am eigenen Bild gelte auch außerhalb des Internets, berichtet die Versicherung. Ein Foto als "Mitarbeiter des Monats" in der firmeneigenen Kantine dürfe nicht aufgehängt werden, wenn der Betroffene damit nicht einverstanden ist. Wichtig für Arbeitnehmer ist, dass die einmal erteilte Einwilligung normalerweise nicht automatisch erlischt, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist. Der Mitarbeiter muss sie aktiv widerrufen. Wer seine Einwilligung aber zu journalistischen oder wissenschaftlichen Zwecken gegeben hat, kann diese nur aus wichtigen Gründen zurücknehmen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.