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30.10.2019

Doktortitel zahlt sich aus - mal mehr, mal weniger

Hohe akademische Weihen sind schön, machen aber Arbeit. Das Portal gehalt.de hat anhand von 6.074 Daten von Beschäftigten mit einer Promotion analysiert, in welchen Studienfächern sich der Doktortitel finanziell besonders auszahlt - und in welchen weniger. Demnach profitieren Informatiker mit einem Plus von rund 8.600 Euro am meisten.

Grundsätzlich wirkt sich ein steigender akademischer Grad positiv auf die Einstiegsgehälter aus. Während Berufsanfänger mit einem Bachelor im Schnitt 42.585 Euro im Jahr verdienen, liegt der Betrag mit einem Master bereits bei 46.314 Euro. Wer eine Promotion in der Tasche hat, beginnt durchschnittlich mit 55.492 Euro. Am deutlichsten ist der Unterschied zwischen dem Abschluss ohne und mit Promotion bei Informatikern: Mit einem Doktortitel erhalten sie Einstiegsgehälter, die im Schnitt 8.617 Euro über jenen der Kollegen mit Bachelorabschluss liegen.

Berücksichtigt werden müssen jedoch auch die unterschiedlichen Einstiegsgehälter in den jeweiligen Branchen. So starten Ingenieure ohne Promotion mit 49.534 Euro Jahresgehalt, mit Promotion erhalten sie 53.816 Euro. Auch bei Geisteswissenschaftlern beträgt der Unterschied etwa 4.000 Euro, doch verdienen sie zum Berufsbeginn im Schnitt nur 36.374 ohne und 40.356 Euro mit Doktortitel.

In den Naturwissenschaften zahlt sich eine Promotion mit einem Plus von 5.000 Euro wiederum mehr aus. Dort seien Doktortitel gängiger, erklären die Gehaltsexperten. Viele Promotionsstellen würden zudem auch in der freien Wirtschaft ausgeschrieben, um den technologischen Fortschritt voranzutreiben.

Insgesamt lasse sich nicht pauschal beantworten, welche Bedeutung der Doktortitel hat. Im universitären Kontext und für Forschungsbereiche habe er nach wie vor einen hohen Stellenwert. Ob aber beispielsweise ein promovierter Ingenieur, der einen Vorstandsposten im Konzern innehat, aufgrund seines Doktortitels der bessere Geschäftsführer ist, sei fraglich: "Es liegt eher an anderen Kompetenzen und jahrelanger Berufserfahrung, die ihn dahin befördern."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.