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06.11.2019

Fachkräfte stellen ihren Chefs keine Traumnoten aus

Nicht jeder Chef ist mit Führungskompetenz gesegnet: Einer neuen Studie zufolge hat bereits fast jede dritte Fachkraft mit Berufsausbildung schon einmal den Job wegen eines Vorgesetzten gekündigt. In kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern liegt der Anteil deutlich höher als bei größeren Arbeitgebern mit mehr als 500 Mitarbeitern. Mehr Wertschätzung ist häufig eine gute Gegenmaßnahme.

Für die Studie hat der Stellenmarkt meinestadt.de insgesamt 2.085 Fachkräfte mit Berufsausbildung im Alter zwischen 25 und 65 Jahren befragen lassen. Im branchenübergreifenden Durchschnitt bewerteten Fachkräfte ihre Vorgesetzten mit einer Durchschnitts-Schulnote von 2,67. Im Handwerk schnitten die Chefs mit einer 2,43 im Schnitt besser ab als in der Logistik, wo sie es nur auf eine 2,77 brachten.

Das ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut: Angesichts fehlender Fachkräfte sei eine eher mittelmäßig bewertete Führung durchaus kritisch zu sehen, schreiben die Autoren: Sie entscheide darüber, ob sich Mitarbeiter in ihrem Job wertgeschätzt und gut gefördert fühlen. Darüber hinaus hätten branchenübergreifend immerhin 20,1 Prozent der Befragten die Leistung ihrer Vorgesetzten nur als "ausreichend", "mangelhaft" oder sogar "ungenügend" angesehen.

Meinestadt.de führt einige Einzelbeispiele an: So seien kleine Gesten wie ein Blumenstrauß zu einem Jubiläum ebenso positiv angekommen wie ein Lob des Chefs vor dem ganzen Team. Pluspunkte sammelten Vorgesetzte auch, wenn sie fürsorglich auf Stresslagen der Mitarbeiter reagierten. Mit Aktenordnern zu werfen, cholerisch auf Nichtigkeiten zu reagieren, persönliche Beleidigungen oder das Ausüben von Druck kamen dagegen verständlicherweise überhaupt nicht gut in der Belegschaft an.

Angesichts der Ergebnisse lohnt es sich, in Führungsqualität zu investieren, sagt Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de: "Gute Führungskräfte machen einen Arbeitgeber für Fachkräfte mit Berufsausbildung attraktiv, schlechte Führungskräfte unattraktiv. Das hat Konsequenzen fürs Recruiting und die Bindung von Mitarbeitern - also letztlich für die Employer Brand."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.