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10.12.2019

Tipps zum Recruiting von passiven Kandidaten

Active Sourcing oder Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme sind längst Standard-Tools im Werkzeugkasten vieler Recruiter. Die Kandidaten verhalten sich jedoch teilweise grundlegend anders als Bewerber, die ihren Jobwechsel aktiv selbst betreiben und damit Bereitschaft für einen neuen Arbeitgeber zeigen. Daher sollte auch ihre Ansprache eine andere sein, empfiehlt die Beratung Intercessio.

Die Distanz von sogenannten passiven Talenten zum Recruiter sei bereits je nach Art der Kontaktaufnahme unterschiedlich. Während es etwa bei einer Empfehlung einen Vertrauensvorschuss durch den Empfehlenden gebe, sei die Distanz beim Active Sourcing größer - und ihre Verkürzung schwer. Umso wichtiger sei es, die Vorbereitung und Durchführung eines Telefon-Interviews mit den Kandidaten professionell anzugehen.

In der ersten Phase des Gesprächs empfiehlt es sich den Beratern zufolge, eine Beziehung zu dem Kandidaten aufzubauen - etwa über einen gemeinsamen Kontakt. Lediglich die offene Stelle zu präsentieren und Fragen zu stellen, schaffe kein Vertrauen, da der Personaler schnell als "Verkäufer" mit egoistischen Motiven wahrgenommen werden könnte. Besser sei es, mit dem Kandidaten unabhängig von der Vakanz offen, vorurteilsfrei und wertschätzend über dessen Pläne, Erwartungen und Wünsche zu sprechen.

Danach auf den klassischen Interview-Modus umzuschalten, sei ein Fehler. Vielmehr sollte dem Gesprächspartner freigestellt werden, ob er weitersprechen möchte. Wenn ja, ist nun eine gute Zeit, um Fragen zum Fachlichen zu stellen, aber auch dem Kandidaten die Möglichkeit zu geben, seinerseits Informationen über das Unternehmen und die mögliche neue Aufgabe zu gewinnen. Zu tief einsteigen sollte man hier jedoch noch nicht. Ist das Telefonat bis zu diesem Punkt erfolgversprechend verlaufen, sollte abschließend vereinbart werden, was folgt. Das kann beispielsweise die Übersendung des Lebenslaufs sein.

Für Recruiter reicht es bei passiven Kandidaten nicht wie bei Bewerbern, sich auf ein gutes Employer Branding zurückziehen, findet Barbara Braehmer von Intercessio: "Deshalb empfehle ich jedem Recruiter und jedem Active Sourcer, auch immer an seiner Telefoninterview-Kompetenz zu arbeiten."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.