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11.12.2019

DStV: Unterscheidung von Barlohn und Sachbezug wird schwieriger

Mit dem Jahressteuergesetz 2019 wurde die lohnsteuerliche Behandlung von Sachbezügen zum 1. Januar 2020 geändert. Der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) erklärt eingehend, was Arbeitgeber dabei beachten sollten - und kritisiert die neue Regelung scharf. Statt mehr Rechtssicherheit schaffe sie das genaue Gegenteil, da die Abgrenzung von Bar- und Sachlohn schwieriger werde.

Dem Gesetz zufolge gelten vom kommenden Jahr an für bestimmte Sachbezüge wie aufladbare Geldkarten nicht mehr die steuerrechtlichen Kriterien eines Sachbezugs. Wie der DStV erklärt, sollten durch die Änderung insbesondere bestimmte sogenannte Open-Loop-Geldkarten nicht länger als Sachbezug gelten. Diese können an zahlreichen Akzeptanzstellen zur Zahlung genutzt werden.

Im Gesetzestext sei jedoch auch ein Verweis auf das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) enthalten. Dadurch könnten auch andere, bislang als Sachbezug geltende Leistungen des Arbeitgebers ihre Sachbezugseigenschaft verlieren: "Sie wären dann als steuer- und sozialversicherungspflichtiger Barlohn zu behandeln." Die Steuerexperten empfehlen Arbeitgebern daher, die Sachbezugseigenschaft von durch sie gewährten Leistungen sorgfältig zu überprüfen. Für eine erste Einordnung biete sich ein Merkblatt zum ZAG der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) an.

Dem DStV drängt sich mit dem Gesetz in der nun verabschiedeten Fassung der Eindruck auf, "dass hier eine unliebsame Rechtsprechung des BFH überschrieben werden soll". Zudem schaffe es keinesfalls mehr Rechtssicherheit, da die Frage, ob Bar- oder Sachlohn vorliegt, in der Praxis künftig schwieriger zu beantworten sein werde als zuvor. Daher hoffe man auf ein baldiges "klarstellendes und nicht zu restriktives Anwendungsschreiben" der Finanzverwaltung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.