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13.12.2019

Anpassungsqualifizierungen für ausländische Fachkräfte besser kommunizieren

Seit 2012 ermöglicht das Anerkennungsgesetz ausländischen Fachkräften die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen, Unterschiede zum deutschen Referenzberuf sollen Anpassungsqualifizierungen ausgleichen. Diese werden aber laut einer aktuellen Studie kaum in Anspruch genommen.

Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen des Anerkennungsverfahrens für Berufsqualifikationen, die außerhalb Deutschlands erworben wurden, sind nach einer Analyse des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb) bei ausländischen Fachkräften nur wenig gefragt. Diese Anpassungsqualifizierungen sieht das Anerkennungsgesetz vor, wenn die prüfenden Stellen wesentliche Unterschiede zum deutschen Referenzberuf erkennen. Das im Bereich der dualen Berufe geringe Interesse daran liegt der Erhebung zufolge an mangelnden Angeboten für die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppe.

Die betreffenden ausländischen Fachkräfte benötigten "sehr individuelle Qualifizierungspläne, die modulare und betriebliche Qualifizierungsphasen vorsehen können." Vor und während der Qualifizierung sei z. B. eine intensive Qualifizierungsbegleitung entscheidend, wie die "Erfahrungen bei der Anerkennung und Pilotierung von Qualifizierungen in dualen Berufen" zeigten.

Eine pilothafte Umsetzung entsprechender Begleitungsmaßnahmen erfolge bereits im Rahmen des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Qualifizierungsbegleiter ermittelten dort die erforderlichen Inhalte für eine volle Gleichwertigkeit, um sie dann abzugleichen mit verfügbaren Erstausbildungs- oder Weiterbildungsangeboten, wie etwa überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen oder ausbildungsnahe Weiterbildungen. Zudem würden passende Betriebe gesucht, um den Zugewanderten die Inhalte in Praxisphasen zu vermitteln.

Der Zielgruppe müssten außerdem die Vorteile der vollen Anerkennung erst deutlich gemacht werden. So stelle sich "für jede ausländische Fachkraft die Frage, ob sie die volle Gleichwertigkeit anstreben und dafür den Aufwand einer Qualifizierung auf sich nehmen sollte." Nach den Erfahrungen aus dem Förderprogramm IQ falle die Antwort darauf aber eindeutig aus: "Gerade bei einem Arbeitsplatzwechsel oder auch bei Gehaltsverhandlungen sind Personen mit voller Gleichwertigkeit im Vorteil." Dies klarzustellen, sei gleichermaßen Aufgabe der Bildungsanbieter wie der Behörden, Kammern und anderen Beteiligten "im Kontext Migration und Arbeitsmarkt".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.