Aktuelle Nachrichten

16.12.2019

Hohe Mieten bereiten Probleme auf dem Arbeitsmarkt

Was haben Mieten mit dem Arbeitsplatz zu tun? Sehr viel, wenn man einer Studie der Beratung PwC zum Hamburger Arbeitsmarkt Glauben schenkt. So fänden gerade in Großstädten dringend gesuchte Fachkräfte wie Handwerker, Pfleger oder Polizisten dort kaum mehr bezahlbare Wohnungen. Zudem erschweren hohe Mieten den Arbeitgebern zunehmend die Stellenbesetzung.

Für die Studie wurden 400 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren in der Metropolregion Hamburg befragt. 92 Prozent von ihnen glauben, dass sich künftig nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können. Ebenso viele Befragte gaben an, dass die Mieten in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen seien als die Gehälter. 87 Prozent gehen von weiter steigenden Mieten aus.

Die Misere auf dem Wohnungs- wirke sich auch auf den Arbeitsmarkt aus, sagt Thorsten Dzulko von PwC. So würden sich Berufseinsteiger zunehmend dafür entscheiden, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Andere Fachkräfte fänden gar keine bezahlbare Wohnung mehr. In den Randbezirken sei die Lage nur wenig besser, und Arbeitswege von über einer Stunde sind der Umfrage zufolge wiederum für 89 Prozent nicht akzeptabel.

Auch die Bereitschaft von Arbeitnehmern, den Job wegen hoher Mieten zu wechseln, scheint zu wachsen. Zwar haben das bisher nur sechs Prozent getan. 33 Prozent haben aber schon einmal darüber nachgedacht. Bei den unter 35-Jährigen liegt die Quote sogar bei 43 Prozent. Dabei ist mit Blick auf die Herausforderungen der Digitalisierung gerade diese Altersgruppe entscheidend, so Dzulko weiter: "Politik und Wirtschaft sollte das nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Handeln anregen."

Die Befragten sehen aber auch ihre Arbeitgeber in der Pflicht. Diese könnten ihren Beschäftigten beispielsweise Betriebswohnungen stellen, die Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort übernehmen oder bei überdurchschnittlichen Mieten einen Zuschuss gewähren. Für Entlastung bei Pendlern, die wegen hoher Mieten weiter weg wohnen, könnten flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice-Angebote sorgen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.