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17.12.2019

Frauen werden auch in der Wissenschaft schlechter bezahlt

Je höher die Gehaltsgruppe, desto weniger Frauen. Und die, die es bis nach oben schaffen, bekommen wesentlich weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Das sind Kernergebnisse eines Gender-Reports, der die Gehaltsstrukturen der Hochschulen Nordrhein-Westfalens genauer unter die Lupe genommen hat. Er zeigt, dass der sogenannte Gender Pay Gap auch in der Wissenschaft ein Problem darstellt.

Die Ergebnisse beruhen auf drei Teilstudien, die einen Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Erhebungsverfahren nutzten. Wie die Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, die an der Universität Duisburg-Essen angesiedelt ist, berichtet, sind beispielsweise bei den Professuren unter 30 Prozent von Frauen besetzt.

Hinzu kommt, dass verbeamtete Professorinnen im Durchschnitt monatlich 521 Euro weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Das hänge für allem mit der 2002 eingeführten W-Besoldung zusammen, bei der individuelle Leistungszulagen ausgehandelt werden können, sagt Dr. Lisa Mense: "Sie vergrößert die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern."

Besonders große Gehaltsunterschiede gibt es in der Medizin und an den Universitäten. Hier verdienten Professorinnen 994 beziehungsweise 746 Euro weniger. An den Kunsthochschulen waren es 222 Euro, an den Fachhochschulen 115 Euro. Auch in Technik und Verwaltung sowie im wissenschaftlichen Mittelbau ließen sich Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen. Darüber hinaus würden Tätigkeiten und Arbeit von Frauen und Männern ungleich bewertet. "Was in der Privatwirtschaft hinlänglich nachgewiesen ist, gilt leider auch für den Hochschulbetrieb", resümiert Dr. Beate Kortendiek, Leiterin der Koordinations- und Forschungsstelle.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.