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18.12.2019

Trendreport: Geld allein macht Arbeitnehmer nicht mehr glücklich

Sinnstiftung wird für Unternehmen zur größten Herausforderung, der sie sich 2020 stellen müssen. Das zumindest prognostiziert ein Trendreport der Beratungen Accenture und Fjord. Die Ansprüche der Arbeitnehmer seien gewachsen, finanzielle Faktoren spielten längst nicht mehr die alleinige Rolle im Verhältnis zum Arbeitgeber. Diese hätten jedoch oftmals noch keine passenden Antworten gefunden.

Sowohl Kunden als auch Mitarbeiter würden Unternehmen immer stärker daran messen, welchen gesellschaftlichen Fortschritt sie anstoßen, etwa in puncto Inklusion, Diversität oder Mitarbeiterbefinden. Hinzu kämen Anforderungen an die Nachhaltigkeit, zum Umwelt- und Klimaschutz, heißt es in der Studie. Die meisten Unternehmen hätten aber beispielsweise ihre Lieferkette noch nicht so umgebaut, dass sie damit mehr Menschen mit weniger und dafür den richtigen Dingen erreichen.

Das veränderte gesellschaftliche Klima wirke sich auch auf die Arbeitgeber aus. Sie hätten bereits mit Fachkräftemangel und der Notwendigkeit zu kämpfen, wettbewerbsfähige digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Bestens qualifizierte und motivierte Leute bekämen Unternehmen aber nur, wenn sie zwei Dinge bieten können: Zum einen Sinnstiftung, die über Titel und Gehalt hinausgeht, und zum anderen Arbeitsformen, bei denen Rollen, Hierarchien und Präsenzkultur nicht mehr oberstes Gebot sind.

Die Berater sehen damit das sogenannte "Life-Centered Design" auf dem Siegeszug. Darunter verstehen sie den Anspruch, dass etwas nicht nur dem Einzelnen, sondern auch dem Umfeld dient. Das größte Hindernis für Unternehmen bei dieser Transformation sei, dass derzeit meistens immer noch kurzfristige Kenngrößen wie Shareholder Value, Absatzzahlen und Margen ausschlaggebend bei Entscheidungen seien.

"Was gar nichts bringt, ist ,Sinn-Washing', also dass Unternehmen den Purpose bei der Belegschaft abfragen und dann verordnen", hebt Chris Böhnke von Fjord Deutschland hervor. Vielmehr sollten Organisationen Hierarchien abbauen, damit alle Mitarbeiter zur Sinnstiftung beitragen können. Noch scheuten das die meisten Firmen. Wenn sie jedoch zu lange damit warteten, bestehe die Gefahr, dass sie zu Getriebenen würden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.