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27.12.2019

Homeoffice spielt bei Stellensuche (fast) keine Rolle

Homeoffice, Remote Work und ähnliche flexible Arbeitsformen sind in aller Munde. Umso erstaunlicher ist es, dass sie weder in Stellenanzeigen noch in Suchanfragen eine sichtbare Rolle spielen. Das zumindest legt eine Auswertung der Jobbörse Indeed nahe, die das Suchverhalten ihrer Nutzer zwischen 2016 und 2019 analysierte. Arbeitgeber können sich hier (noch) Wettbewerbsvorteile sichern.

Im November 2016 wurde lediglich in 0,4 Prozent aller Stellenanzeigen die Möglichkeit, im Homeoffice oder anderswo außerhalb des Büros zu arbeiten, angeboten. In den letzten Jahren kam die Diskussion über flexiblere Arbeitsformen jedoch gehörig in Fahrt. Trotzdem lag die Quote auch im August 2019 noch bei mageren 1,3 Prozent. Die konkrete Suche nach diesen Begriffen bewegte sich laut Analyse sogar im Promillebereich.

"Nur wenige Jobinteressenten suchen aktiv nach Homeoffice oder Remote-Arbeitsmöglichkeiten, da unter anderem die Berufsbezeichnung im Vordergrund steht", kommentiert Dr. Annina Hering von Indeed, die Ergebnisse. Das Arbeiten von Zuhause aus sei trotzdem für viele Arbeitnehmer interessant: "Beim Vergleich von Stellenangeboten macht dieses Benefit einen Arbeitgeber natürlich attraktiver."

Das Werben mit flexiblen Arbeitszeiten ist dagegen schon etwas weiter verbreitet. Die Anzahl der Stellenanzeigen, in denen sie angeboten werden, verdoppelte sich im Beobachtungszeitraum auf mittlerweile immerhin 17,4 Prozent. Das deute darauf hin, dass Arbeitgeber sie als wichtiges Benefit erkannt haben. Zudem würden viele Unternehmen die Möglichkeit auf Homeoffice darin einschließen.

Hering rät, die beiden Begriffe künftig deutlicher voneinander abzugrenzen. Unternehmen, die flexible Arbeitszeiten und/oder Homeoffice anbieten, sollten das zudem in ihren Jobinseraten erwähnen. Auch wenn Homeoffice & Co. bisher noch eine untergeordnete Rolle in Stellenanzeigen spielten, werde sich das auf absehbare Zeit aufgrund der Klimadiskussion und des Fachkräftemangels ändern, so Hering. Unternehmen könnten sich daher Wettbewerbsvorteile sichern, wenn sie alternative Arbeitsmodelle klarer und prominenter in ihren Jobanzeigen platzierten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.