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08.01.2020

Rückkehr der Meisterpflicht in zwölf Berufen

Im Jahr 2004 wurde die Zahl der meisterpflichtigen Handwerksberufe von 94 auf 41 reduziert. Was damals für mehr Wettbewerb und Unternehmensgründungen sorgen sollte, führte mitunter zu schwindenden Ausbildungszahlen und mangelnder Qualität. Nun wird die Meisterpflicht in zwölf derzeit zulassungsfreien Handwerken wieder eingeführt. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundesrat im Dezember gebilligt.

Konkret handelt es sich bei den fortan wieder meisterpflichtigen Berufen um Fliesen-, Parkett- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Parkettleger, Rolladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Glasveredler, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer. Für derzeit bestehende Betriebe gilt Bestandsschutz. Das Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

In den betroffenen Handwerksberufen muss der Unternehmensinhaber oder der von ihm angestellte Betriebsleiter künftig einen Meisterbrief oder äquivalenten Abschluss nachweisen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen wie etwa die sogenannte Altgesellenregelung für Berufserfahrene. Das sind Gesellen mit abgeschlossener Ausbildung und sechsjähriger Berufserfahrung, vier Jahre davon in leitender Tätigkeit.

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), begrüßt die Wiedereinführung der Meisterpflicht in den zwölf bislang zulassungsfreien Berufen. Durch das Meisterbrieferfordernis würden gezielt Anreize gesetzt, um die Potenziale für die Innovations- und Leistungsfähigkeit im Handwerk auszubauen. Mit der Aufhebung der Meisterpflicht sei seinerzeit die "fatale Botschaft" ausgesendet worden, dass Qualifizierung nicht wichtig wäre. Das habe die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen massiv geschwächt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.