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15.01.2020

"Berufsorientierung für Flüchtlinge" wird bis 2021 fortgesetzt

Mit dem Programm "Berufsorientierung für Flüchtlinge" (BOF) werden nicht mehr schulpflichtige Geflüchtete und Zugewanderte mit besonderem Förder- und Unterstützungsbedarf auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Die 13- bis 26-wöchigen Kurse finden seit 2016 statt und wurden nun bis Ende 2021 verlängert. Anträge können ab sofort beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gestellt werden.

Die Kurse bieten den Teilnehmenden - bisher waren es bundesweit insgesamt 3.300 - Einblicke in bis zu drei Ausbildungsberufe. Darüber hinaus werden sie mit sprach- und berufsbezogenem Fachunterricht auf die Anforderungen in der Berufsschule vorbereitet und dabei sozialpädagogisch begleitet. Von den Absolventen konnte rund die Hälfte in eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung vermittelt werden.

Vorab prüfen die überbetrieblichen oder vergleichbare Berufsbildungszentren, ob Interessierte die Voraussetzungen für die angestrebte Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung mitbringen. Für Anfang Februar ist zudem ein Leitfaden angekündigt, der diesen Einschätzungsprozess erleichtern und unterstützen soll.

Wie das BIBB weiter berichtet, nahm die Zahl der Ausbildungsstellenbewerber mit Fluchthintergrund in den letzten Jahren stetig zu. Mit rund 38.100 lag sie 2019 aber in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Da die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen aber insgesamt sinke, sei der Anteil der Personen mit Fluchthintergrund an den Ausbildungsstellenbewerbern gestiegen.

Noch bleibt viel zu tun: Die Einmündungsquote von Bewerbern mit Fluchthintergrund in eine betriebliche oder schulische Ausbildung liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt. Während rund 50 Prozent der Bewerber ohne Migrationshintergrund in eine Ausbildung einmündeten, gelänge dies bei denjenigen mit Fluchthintergrund nur etwas mehr als einem Drittel. Die BOF-Kurse sollen dazu beitragen, das zu ändern.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.