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16.01.2020

Studie: 460.000 Arbeitsplätze in Deutschland sind vom Brexit betroffen

In absehbarer Zeit wird Großbritannien die EU verlassen. Das dürfte auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben. Einer neuen Studie zufolge waren 2017 rund 460.000 Arbeitsplätze in Deutschland mit Exporten in das Vereinigte Königreich verbunden. Allein 60.000 davon entfielen auf die Autoindustrie. Wie die künftigen Handelsbeziehungen geregelt werden, ist unklar.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nahm den Brexit zum Anlass, die wirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands mit Großbritannien näher zu analysieren. Die Forscher schicken allerdings vorweg, dass der Umfang der vom Handel mit dem Vereinigten Königreich abhängigen Belegschaft nicht mit potenziellen Verlusten von Arbeitsplätzen gleichgesetzt werden dürfe. Vielmehr könne der EU-Austritt auch neue Handelschancen für deutsche Betriebe ermöglichen. So hätten viele Unternehmen bereits ihre Produktionsketten umgeschichtet und Handelspartner in anderen Märkten gesucht.

Gleichwohl wird es zu Veränderungen kommen. Immerhin exportierte Deutschland im Jahr 2018 laut IAB Waren und Dienstleistungen im Wert von knapp 109 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich. Die Importe beliefen sich auf fast 63 Milliarden Euro. Gemessen an den Gesamtausfuhren lag der Anteil der Exporte auf die Insel bei 6,8 Prozent, der Importanteil belief sich auf 4,5 Prozent.

Hinsichtlich der Exporte ist Großbritannien damit bislang der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands. Die exportabhängigen Arbeitsplätze sind allerdings über Branchen und Regionen ungleich verteilt. Vor allem die Automobilindustrie, der Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie sind stark in den Handel involviert. Die meisten Arbeitsplätze, die mit den Exporten in das Vereinigte Königreich verbunden sind, befinden sich in Nordrhein-Westfalen (gut 90.000). An zweiter Stelle folgt Bayern mit gut 80.000 Beschäftigten, an dritter Stelle Baden-Württemberg mit rund 70.000 Beschäftigten, heißt es in der Studie weiter.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.